Zum „Machen“ von Unifizierten
Weltbildern
–
Eine Systemanalyse für die Wissenstechnik –
von
X. Webermeister
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Home; Sitemap; Portalseite; Dateien-Übersicht; Glossar; Tipps & FAQs
– Entwurf aus der Website zum »Unterfangen
Weltpuzzel« -- http://kognik.de
Stand: Versions-Nummer
= 0,8* --- {fortgeschrittener
Entwurf}
Vgl. aus der lokalen kognitiven
Nachbarschaft: \Das »Unterfangen Weltpuzzle«
– als Ganzes; \zum „Machen“
von Theorien; \Der
– unifizierungsmächtige – ‚Wissensträgertyp‘:
»Abstraktionskegel«; \zum „Fadenkreuz“-Szenario
im »Kognitiven Raum«; \Die ‚Palette der Zoomphänomene
im Kognitiven Raum’ + \Die – generelle –
‚Überzoombarkeit der Weltausschnitte + ihrer Dinge‘;
\‚orthogonal zueinander sein‘ – ein abbildungsseitiges Merkmal; \Fallstrick: „Absolutheitsbehauptung“; \...
{Ein Index der ‚Grafiken’ und ‚Boxen’
zu diesem Essay findet sich in einer gesonderten
Datei}
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Unseren kognitiven Abbildern der
Welt und den gängigen Optionen zur Klassifizierung von Wissen fehlt bisher noch einiges
an Konformität mit der Realität, dem »Original WELT« selbst, von dem ja alles an
Vorstellungen nur „abgemalt“ wird. Anhand eines besonderen Typs von ‚Wissensträger’,
dem »Abstraktionskegel«, können Inhalte von Wissensgebieten, auch wenn sie auf
den ersten Blick hochkomplex und zusammenhanglos scheinen, in einer originalgetreuen
Spiegelung der Welt ‚unifiziert‘
werden. Eingangs wird das Paradigma dieses ‚explikationsmächtigen‘
Wissensträgertyps schrittweise am Paradefall der geo-visuellen Weltbilder der
Menschheit entwickelt. In einem weiteren Beispiel wird dasselbe Paradigma
versuchsweise auf den so andersartigen, aber ebenso heterogenen Weltausschnitt
des »Kognitiven Prozesses« angesetzt. Ein allgemeingültiger Satz an
»Freiheitsgraden der Bewegung und des Handelns im Kognitiven Raum«, zusammen
mit den besonderen Gesetzmäßigkeiten dieses außerordentlichen Wissensträgertyps,
könnte der Menschheit einmal dazu dienen, sich so etwas wie einen
»Universal-Atlas der Wissbarkeiten« zu erarbeiten.
{Als
faszinierendes Gedankenspiel zunächst, aber auch – kompromissbeladener – als
operationales Werkzeug für die Praxis der Suche nach Wissen, des Verständnisses
der wahren Zusammenhänge, der Förderung von Inspiration und der allfälligen
Kontrolle auf ‚Denkfehler’.}
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Mich
beschäftigt hier ein uraltes Rätsel der Menschheit: Die Welt steckt
offensichtlich voller »Gegebenheiten«. Als Denkobjekte sind diese Gegebenheiten
ihrer Art nach höchst unterschiedlich und der Menge und den Zusammenhängen nach
extrem komplex. Dennoch besteht seit Urzeiten der Verdacht, dass „Alles
irgendwie mit Allem zusammenhängt“. Das führt – als Herausforderung – zu der zulässigen Frage:
„Gibt es eine gemeinsame
Beschreibungsweise, die am Ende Alles,
was über die WELT überhaupt wissbar
ist, unifiziert?“
Wenn
ein solches Paradigma existiert, wie müsste es (mindestens) aussehen? Und auf
welche Weise sollten wir daher unsere – bisher immer noch weitgehend isolierten
– Wissensgebiete am besten reorganisieren?
Das folgende
Essay und Plädoyer bringt Zwischenergebnisse einer umfassenden Systemanalyse in
dieses Rätsel: Argumente für seine grundsätzliche Lösbarkeit und erste
Einblicke in eine unerwartete Methodik. Dieser Studien- und Lösungsansatz wird
anhand zweier höchst unterschiedlicher Wissensgebiete verdeutlicht, beide – ohne
mein Zutun – als ‚Weltausschnitte’ gigantisch in der Ausdehnung und vielseitig
im Inhalt. Beide hier jedoch nur per
Siebenmeilenstiefeln durchschritten.
{Weitere
Beispiele für die universelle Anwendbarkeit dieses Paradigmas werden in
späteren Lieferungen folgen.}
Viele Philosophen
und Wissenschaftler haben es als unumgängliche Gewissheit schon betont:
All
unsere Kenntnis von der Welt, jede Vorstellung, egal ob Ausschnitt bzw. Modell
im Großen oder im Kleinen, alles ist nur Abbild.
„Wissen“ ist eine seltsame Art von Spiegelung der Wirklichkeit. Die
Gegebenheiten dazu befinden sich draußen, in
einer externen Realität. Diese externe Realität kognitiv zu fassen, gelingt uns
nur auf indirekten Wegen. In gewissem Sinne erfinden sich Tier und Mensch ihre eigene Welt. Damit erst können sie
das tatsächliche Original wenigstens teilweise erkennen und es so für ihren
Lebensalltag in den Griff bekommen und es – als denkender Mensch zumindest – sogar
in den konstituierenden Details studieren oder nach Belieben mit ihm herum
spielen.[1]
Im
Folgenden werde ich bei der Wiedergabe von Wissen über die Wirklichkeit eine
besondere Trägerstruktur verwenden, die ich »Abstraktionskegel« nenne. Deren
außerordentliche paradigmatische Mächtigkeit beim Zusammenführen heterogener
Wissenselemente zu verdeutlichen, ist mein eigentliches Anliegen.

Abbildung 1: Die Palette an ‚Wissensträgertypen‘
In Abbildung 1
[2] wird unten mit dem ovalen Gebilde „Die
Wirklichkeit“ angedeutet. Sie ist das Eigentliche, das externe Original, das
wir uns im Geist mal als Ganzes, meist aber in wechselnden Ausschnitten und
Perspektiven darzustellen bemühen. Unter „Wirklichkeit“ verstehe ich dabei vom
Umfang her die komplette „Vereinigungsmenge dessen, was irgend zur WELT wissbar ist“.
Unter
einem gemeinsamen Hut,
dem oberhalb des Ovals separat eingezeichneten kegelförmigen Gebilde, im ‚Abbildungsseitigen’
dazu, sollen später einmal alle Teilerkenntnisse und alle irgend ausdenkbaren
Modelle, Abstraktionen, Diskursräume und Einzelbehauptungen stehen und dort zu
einem einzigen, gemeinsamen, originalgetreuen, wohl-strukturierten
Transformationsprodukt konvergieren.
Zur bestmöglich in sich zusammenhängenden ‚Spiegelung’ dieser ‚Äußeren Welt’.
Außen um diesen Kegel herum sind
Symbole für die unterschiedlichen ‚Typen von Wissensträgern‘ eingezeichnet, in
denen uns das dafür einzuordnende Wissensmaterial üblicherweise begegnet. [3]
Als sehende Menschen hat uns die
Alltagserfahrung mit den »Sichtbarkeiten der Welt« beigebracht, dass jedes
Objekt, egal ob groß oder klein, ob isoliert oder mit anderen zusammenhängend,
auf vielerlei Art und Weise abgebildet werden kann. So gibt es in der Welt weit
mehr an Perspektiven auf Objekte, als
es Objekte selbst gibt.
Das
Machen von Weltbildern
aber ist noch komplizierter. Wir müssen dabei – jeweils als freie Variable – zwischen
mindestens vier Systemkomponenten unterscheiden:
1. Die ‚Weltausschnitte’ bzw. die
eventuellen ‚Objekte’ darin, die wir kognitiv gerade anpeilen
2. Die ‚Perspektiven’, die wir zu
deren Betrachtung gerade „kameramäßig“ einstellen (wollen)
3. Die ‚Trägermedien’, die wir zum
Aufzeichnen der entsprechenden Bilder benutzen
4. Das ‚Aussehen’ der dabei
entstehenden Bilder und deren spezifische ‚Verfälschbarkeit’.
Das Arbeitsmaterial zur Erzeugung von
Weltbildern stammt aus höchst gegensätzlichen Quellen, kommt in wechselnden
Formen daher und trägt die überraschendsten Merkmale: Alt-Überliefertes neben
brandheißer Erkenntnis, vage Vorstellungen neben „exakten“ methodisch
ausgefeilten erklärungsträchtigen Modellen, von Instinkten geprägte Ahnungen
neben souverän Ausgearbeitetem, feine Details neben groben Abstraktionen,
obskure Hypothesen neben verlässlichen Schlussfolgerungen, Schätzungen neben punktgenauen
Messungen, Fehlinterpretationen neben nachweislichen Tatsachen, Mutmaßungen
neben reinem Wunschdenken. Außerdem
manch mehr oder weniger konkret spezifizierte Einsicht in die bei uns selbst noch
bestehenden Wissenslücken – und
anderes mehr. All diese Bausteine mit ihren vergleichsweise breit streuenden
Anwendungs- und Geltungsbereichen wollen – mitsamt den entsprechenden Fragen –
„korrekt“ miteinander verzapft und
unter einem einzigen gemeinsamen Dach
solange transformiert und umarrangiert werden, bis – so lautet die
Vision – dort Alles wie ein gelöstes Puzzle stimmig zusammenpasst. – (vgl.
nochmals die Abbildung
1) [4]
Wenn
das überhaupt erreichbar wäre bzw. jemals erreicht würde, stünde uns als ‚Referenzideal’
ein vollständiges Abbild der Welt zur
Verfügung: Eine Art gemeinsamer Wissensbasis,
die Alles und Jedes über diese Welt schon irgend Gewusste oder auch nur Behauptete
fertig zum Abruf bereit hielte – und zwar jeweils an einer festen naturgegebenen Position im
dafür zu verwendenden gemeinsamen
Diskursraum.
Für Alles nicht oder noch nicht Gewusste wäre an ebenfalls zweifelsfreier
Position zumindest schon ein „Weißer Fleck“ vorgehalten – als Platzhalter für
das dortige, uns bislang noch Unbekannte: Insgesamt also so etwas wie ein
"Universalatlas der Wissbarkeiten". [5] [6] [7]
Auf Anhieb scheint eine derart
gigantische Unifizierung aussichtslos zu sein.
Die qualitativ besten „Bilder“,
die sich der Mensch bis dato von der WELT hat schaffen können, kommen, an
diesen Forderungen gemessen, nicht einmal an einen Flickenteppich heran. Selbst
wenn viele der Wissbarkeiten, um die es geht, schon seit uralten Zeiten so
existieren und alle sogar aus ein und derselben immer gleichen Quelle stammen –
der einen und einzigen realen WELT – materialisiert sich dasjenige, was wir in
menschliches Wissen umsetzen, nur Fleckchen für Fleck. Jedes Puzzlesteinchen
und jede „fertige“ Wissensscholle bleibt dabei an den Rändern weiterhin „ausgefranzt“.
Das Bild des Ganzen, das bisher herauskam, ist von Eindeutigkeit noch weit
entfernt. In vielen Aspekten irritiert dies sogar uns selbst. Widersprüchliche Interpretationen ein und derselben WELT
boten der Menschheit schon immer Anlass für so manchen Konflikt.
Dabei ist dieses „Fleckerlbild“
noch reichlich unübersichtlich: Wenig
effizient für das Lernleben des Individuums; oft kaum hilfreich beim Umgang mit
den großen und kleinen, häufig komplexen Fragen der Welt, sei es in
Wissenschaft, Technik, Alltag, Rätsel oder Spiel. Ziemlich ungeschickt als Input für den „Denkprozess an sich“
also.
Zusammenfassung
zu diesem ersten Teil:
Auf den ersten Blick scheint das
offensichtlich gigantische »Unterfangen Weltpuzzle« völlig aussichtslos zu
sein. In der Kulturgeschichte der Menschheit sind – Hybris oder nicht – nachweislich
schon viele daran gescheitert.
Doch ein gewisses Maß an „Gewusst
wie“ und „Anders als bislang gedacht“
gehört sicherlich mit zu seiner Lösung.
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Hier: Sollbruchstelle Nr. 1 – bei einer
Veröffentlichung als "Fortsetzungsroman"-------------------------------
----- Ende der Introduktion in dieser
Art von „Symphonie“ ----
3. Der Abstraktionskegel für den Bereich des
„Visuell Erfassbaren“ – als Paradefall
Trotz
solch verständlicher Zweifel und vieler auf den ersten Blick plausibler
Einwände können wir diesbezüglich schon auf einen
großartigen Unifizierungserfolg verweisen. In einem ganz bestimmten Wissensbereich
sind all unsere Vorstellungen zur Welt im Grunde genommen längst im obigen
Sinne unifiziert und somit
mittlerweile allseitig konsistent und übersichtlich. Ich spreche von einem bestimmten
Aspekt der gegenständlichen Welt: Die Art und Weise, wie wir uns heute Dinge
vorstellen, die visuell erfasst
werden können. Die unterschiedlichen Wege, die wir einschlagen, um die entsprechenden
Teilkenntnisse zusammenzuführen und sie in ein einziges gemeinsames Denkschema
einzuordnen, lassen sich kaum noch weiter verbessern. Für diesen speziellen ‚Weltausschnitt’
sind die obigen Maximen längst erfüllt. Und es ist – aus gutem Grunde – gerade
der »Wissensträgertyp Abstraktionskegel«, der uns als Denkschema diese Perfektion
verschafft hat.
Ich
möchte das (für viele Leser neuartige) Konzept des »Abstraktionskegels«
zunächst an diesem vergleichsweise einfachen Paradefall ableiten. Später werde
ich es dann – als ersten Beleg für seine gebietsunabhängige Einsetzbarkeit – auf
einen krass andersartigen und weitaus schwieriger zu erkundenden Wissensbereich
übertragen, auf den des »Kognitiven Prozesses« und damit auf das ‚Denken an
sich’ in all seinen Variationen.
Noch
später – aber nicht mehr in diesem Essay – werde
ich das Paradigma als ein generelles methodisches Konzept vorstellen, das
ähnlich formal wie eine Mathematik bei jedwedem Weltausschnitt und in
beliebigen Anwendungsgebieten gleichermaßen – mit immer denselben
Gesetzmäßigkeiten und strikten Vorgehensregeln – einsetzbar ist. Ein Paradigma,
das uns irgendwann einmal zur endgültigen Lösung des »Puzzles WELT«
verhelfen kann. [8]
Stellen Sie sich vor, wir würden,
hier vom Fleck weg, mit einem Raumschiff ins All starten. Während der ganzen
Reise würden wir beobachten, was so alles gerade hinter uns zurück bleibt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Abfolge der Ansichten im
‚Guckloch‘
Der Inhalt des Blickfeldes ändert sich dabei ständig – ohne jegliches
Zutun unsererseits: Anfangs vielleicht nur dieser Stift, kurz danach der ganze
Hörsaal, bald die ganze Stadt in all ihrer Komplexität, und jedes Ding jeweils
inmitten seiner eigenen natürlichen Umgebung. Schon erscheint das Heimatland
als Ganzes. – Und wird ebenfalls zurückgelassen.
Wenig später umschließt unser gucklochartiges
Blickfeld den ganzen Kontinent und irgendwann den gesamten Planeten Erde (Abbildung 3). Mit
dieser Art von Zoomfahrt könnten wir fortfahren, weit über unsere Milchstraße
hinaus, bis hin zu den (mutmaßlich endlichen) Grenzen unseres ca. 14 Milliarden
Jahre alten Universums. Und umgekehrt, könnten wir uns Dinge wie diesen Stift
– oder was auch immer – auch ganz aus der Nähe anschauen, durch die Lupe, durchs
Mikroskop und immer weiter bis hinunter in die Sphären der Moleküle, Atome und
Quarks. [9]

Abbildung 3: Zwei unter den unendlich
vielen, prinzipiell so anlegbaren ‚Weltausschnitten‘
Innerhalb dieses Szenarios ändert
sich auf Seiten des Beobachtungsapparats während der ganzen gigantischen Zoomfahrt
nicht das Geringste: Das eigene Auge funktioniert – trotz aller ihm „dargebotenen
Wunder“ – ganz normal weiter. Das Sichtfenster (fototechnisch: "Der Sucher")
ändert sich während der ganzen Zoomerei in seiner Größe und Leistungsfähigkeit
kein bisschen --- ganz im Gegensatz zu den darin nacheinander aufscheinenden
Inhalten, den ‚Weltausschnitten’, den darin zur Ansicht kommenden ‚Wissenslandschaften’,
‚Objekten’ oder ‚Systemen’.
Dieses Szenario gibt jedoch – zu
jedem Zeitpunkt – immer nur einen einzigen
Ausschnitt auf die Welt frei. Trotzdem erscheinen unterwegs massenhaft weitere
‚Objekte’ im Blickfeld, und jedes von ihnen schleppt seine eigenen ‚Wissbarkeiten’
mit sich. Der Diskursraum des Ganzen, das Zoomszenario selbst, deckt natürlich
außer den wenigen von mir wie zufällig genannten Ankerpunkten aus der Materiellen
Welt (Stift, Hörsaal, Stadt, Kontinent, ...) irgendwann auch all die anderen
sichtbaren Dinge auf der Erde ab und am Ende selbst diejenigen des fernen, noch
nie aus der Nähe gesehenen Kosmos und diejenigen des gesamten Mikrokosmos. Und
zwar ausnahmslos und alle in der originalseitigen Komplexität ihres eigenen Mit-
und Nebeneinanders. In dem seiner Größe
nach immer gleich bleibendem ‚Guckloch‘ werden beim Hochzoomen die gerade
sichtbaren ‚Weltausschnitte‘ nur immer größer – und die darin erfassten ‚Objekte’
scheinbar ständig kleiner. Umgekehrt ist es beim Zoomen nach unten. (Abbildung 4 –
linker Teil)
Abbildung
4:
Verschiedene Darstellungsweisen zu ein und demselben Ganzen
Zu jedem von uns visuell gerade
angesteuerten ‚Ding’ gibt es immer gleich eine
ganze Nachbarschaft drum herum. Bilder stecken nun einmal voll mit
‚Sichtbarkeiten’ (und zusätzlich voll mit ‚Wissbarkeiten’). Jeder Blick- oder
Ankerpunkt, jede Attraktion, jedes Wahrzeichen, von dem wir uns gerade entfernen,
liegt erkennbar in einer ganz bestimmten Umgebung
aus anderen Dingen. Jeder ‚Weltausschnitt’ und jedes spezifische „Objekt“
kann somit – auch – als eine Serie
geschachtelter Kontexte betrachtet werden. (Abbildung
4 – rechter Teil). In
ihrem jeweiligen ‚Abstraktionsgrad’ sind diese Kontexte getrennt ansteuerbar – allein
schon über die reichlich mechanische Operation des Zoomens. Jedoch sind die jeweils aufscheinenden Inhalte im ‚Guckloch‘
ohne weiteres austauschbar – allein
über die Operation des Herumschwenkens
des eigenen Gesichtsfeldes.
Lassen Sie uns nun den zweiten
Teil dieses (gedanklichen) Videos erweitern. Stellen wir uns, in Umkehrung der ursprünglichen Zoomrichtung,
die Erde als eine Abfolge von Fotos
aus dem All vor:
Alle paar Sekunden eine zusätzliche Aufnahme, jede noch stärker die Details
auflösend als die vorhergehende. Also alle in ihrem eigenen ‚Maßstab’.
Nehmen wir gleichzeitig eine „leichte“
Änderung am Szenario vor: Das gemeinte Objekt soll diesmal immer nur als Ganzes abgebildet werden. Das Gesichtsfeld, wenn wir
uns der Erde nähern, soll jetzt ständig
den gesamten Erdball umrahmen; das zuvor in Größe und Kapazität starre ‚Guckloch‘
passt sich also in seinen Ausmaßen dem scheinbar größer werdenden Objekt stets an.
Die Erde wird dabei – im
Gegensatz zu dem hier im Hörsaal bzw. im Park der Videoversion startenden
lokalen Szenario – immerzu komplett bis
in all ihre Ecken hinein abgebildet. Jetzt zeigen sich unterwegs auch all
die anderen bleistiftgroßen Objekte,
all die anderen Gebäude, Länder und Kontinente. Und statt nur dem einen ganz genau studierten
Kohlenstoffatom auch jedes andere
Atom auf Erden – egal ob von derselben Ordnungszahl oder irgendeiner anderen. (Abbildung 5)

Abbildung
5:
Eine Zoomspur in der Seitenansicht
Anfangs reicht für eine derart
komplette Wiedergabe des Erdballs eine Aufnahme in Briefmarkengröße oder im Handflächenformat
aus. Kurz danach braucht dasselbe ‚Objekt Erde’ Fotopapier hundertmal so groß.
Noch näher herangezoomt, wird sein Abbild bald Quadratkilometer groß. Noch später
– jenseits des Maßstabes 1 : 1 – würde selbst die an sich doch so riesige
Erdoberfläche schon nicht mehr ausreichen, um darauf ihr eigenes Abbild
unterzubringen. Von der Auflösung im mikroskopischen und atomaren Maßstab ganz
zu schweigen, für die irgendwann selbst die gigantischste Galaxie nicht mehr genügend
Platz bieten würde. (Abbildung 6)

Abbildung 6: Der Weltausschnitt + sein
‚Abstraktionskegel‘
Würden wir andererseits diese
Bilder in für uns
handhabbare
Ausschnitte zerstückeln,
so stiege die Anzahl der „Einzelbilder pro Schicht“ – auch die Anzahl der
Seiten für einen wahrhaftigen „Universalatlas der Erde“ – mit jeder neuen
Schicht quadratisch an. Ebenso passiert
das mit der Anzahl der Bytes, die wir im Computer zur Speicherung all der
Bilder – in für alle gleich guter Bildschirmauflösung – bräuchten. [10] [11]
Würden wir, stattdessen, die noch unzerschnittenen Gesamtaufnahmen
ihrer abnehmenden Größe nach übereinander legen oder eine Serie von auf
Pappe aufgezogenen Weltkarten entsprechenden Formats zu einem einzigen Stapel vereinigen, so käme als
Ergebnis dieser Schichtung – zwangsläufig – eine ganz bestimmte Gestalt heraus: Eine eindeutige, höchst
charakteristische äußere Form für
dieses – jetzt offensichtlich rein abbildungsseitige
– „Ganze“. Ein ‚Wissensträgertyp’, der seinem Erzeugungsmechanismus nach die
Bezeichnung »Abstraktionskegel« wohl verdient! (vgl. Abbildung 7)[12]

Abbildung 7: Abstraktionskegel samt
‚Überzoomungsbereich‘
*****
(Fußnote: Neben dem „Stapelungs“-Szenario hier
vorab noch eine weitere Form der Ableitbarkeit des »Wissensträgertyps
Abstraktionskegel«: Stellen Sie sich lauter Lichtleiter der Dicke Null vor. Von einer
einzelnen ‚Sichtbarkeit‘ – als Quelle – aus führt eine einzelne Faser als
„Draht“ zur momentanen Position des ‚Beobachter’ und übermittelt diesem diese (oft
fernab von ihm liegende) Sichtbarkeit als ‚wissbares’ Signal. Jetzt erweitere
man das Szenario „raumgreifend“ auf ganze Faserbündel: Zunächst für alle
Sichtbarkeiten eines bestimmten ‚Weltausschnitts‘ einzeln (etwa zu irgendeinem
‚Objekt’ oder einem bestimmten ‚Teil’ einer in Gedanken herausgestanzten Landschaft),
dann – ‚raumgreifend weiter‘ wie oben – für jede einzelne Sichtbarkeit der
ganzen WELT. Jedes Mal ziehe man individuelle Verbindungsfasern. Unmengen von
Fasern also – und alle treffen sie in
einem einzigen Punkt zusammen: dem momentanen Standort des Beobachters im
klassischen Raum. Zusätzlich dann noch dasselbe für jede der zum selben ‚Weltausschnitt‘
sonst noch anlegbaren ‚Perspektive’. Auch dann treffen alle Fasern in nur einem Punkt (des noch immer klassischen
Raums) zusammen.
Und – jetzt wird es
zwar einsehbar, aber wiederum nicht mehr bis zur Gänze vorstellbar –, da der
Beobachter wie im ZehnHoch-Szenario ja unterschiedliche Positionen im
Spielraum zwischen „konkret aus der Nähe“ bzw. „abstrakt aus weitester Ferne“
einnehmen kann bzw. weil sich am Zoomring seiner Kamera entsprechend
herumspielen lässt (bei den Sichtbarkeiten ist das über mehr als 40
Zehnerpotenzen der Detailauflösung hinweg sinnvoll!), vervielfacht sich die
Anzahl der Fasern weiter. Trotzdem: All diese ‚Wissbarkeiten‘, ‚Sichtweisen’
und ‚Relativitäten’ entstammen quellseits einer einzigen ‚originalseitigen’ Wirklichkeit. Bei deren
höchster Abstraktion stoßen die Fasern also wiederum in einem einzigen (noch mehr Sichtbarkeiten unifizierenden) Punkt
zusammen. Dieser Punkt aber liegt sicher nicht mehr im klassischen Raum. Denn
unter den vier seinen Diskursraum
aufspannenden Achsen (Einsteins ‚Raumzeit’) kommt die »Zoomachse« als die entscheidende
Dimension und Variable dieses Szenarios ja gar nicht erst vor.
Das
insgesamt entstehende Gebilde hat offensichtlich wiederum die Gestalt des ‚Abstraktionskegels’
– mit denselben Eigenschaften und derselben Palette an Optionen zum Umgang
damit. Im Gegensatz zu den geradlinig
im Auge ankommenden Photonen des Landkartenszenarios kann hier das einzelne
Signal sogar um die Ecke herum
verlaufen; unterwegs kann es ohne Weiteres irgendwo in irgendwelchen Schleifen lose herumliegen und in der Gegend herumgeschmissen werden und dabei, mal
in zufälligem Durcheinander, mal in gewollten Verknotungen, zueinander in
‚Nachbarschaftsbeziehungen’ geraten, die ‚originalseits‘ so gar nicht begründet
sind.
Wenn man
unterwegs – an zufälliger Stelle – ein Teilbündel quer durchschneiden und die bloßgelegten
Enden direkt an einen Bildschirm anschließen würde, so ergäbe sich im
entsprechenden Pixelbild kaum jemals etwas, was für uns irgendwie interpretierbar
wäre, geschweige denn etwas, das – wie gewünscht – als Abbild eines einzigen Allem gemeinsamen Originals zu erkennen wäre.
Hinsichtlich der jeweiligen Anfänge und der Enden der Fasern jedoch bliebe es
selbst dann noch bei der sowohl für das Ganze als auch seine ‚Ausschnitte‘ so natürlichen
Kegelgestalt.)
– [\Die – originalseits unauftrennbar angetroffene – »Einsheit in Vielheit der WELT«; \Beliebige ‚Kegelschnitte im Abstraktionskegel’;
\Der ‚Weltausschnitt’
– als solcher; \Selbstähnlichkeit
im Kognitiven Raum; \Das „Lichtleiter“-Szenario; \...]
--------------------------------- Hier:
Sollbruchstelle Nr. 2 bei einer Veröffentlichung in Teillieferungen
--------------------------------
Dieselbe Operation des „Stapelns
zoommäßig zueinander komplementärer Abbildungen“ ließe sich aber genau so gut überall sonstwo in der WELT
veranstalten. Der Planet Erde ist da in keinerlei Weise ausgezeichnet. Bei
jedwedem ‚Weltausschnitt‘, egal ob mit einem so interessanten Gegenstand zum
Inhalt wie diesem „Bleistift“ oder dem „Blauen Planeten“ innen drin oder mit überhaupt
irgendetwas objektmäßig bereits Abgegrenztem im Visier kommt es bei dieser
Zoomerei und Stapelei im Ergebnis unweigerlich
zur ‚Gestalt des Abstraktionskegels‘. Selbst dann noch, wenn der gewählte
Ausschnitt als Untersuchungsobjekt von sich aus durchsichtig wäre. Oder was den
Inhalt betrifft vakuum-leer. [13]
– [\Die Materielle Welt; \Die Raum-Flanke – klassisch dreidimensional;
\‚Vakuum‘ im Kognitiven Raum; \...]
Egal, ob im Original klein oder
groß, rund oder eckig, dünn oder dick, flach oder gebirgig, kompakt oder
aufgeschäumt oder irgendwie vernetzt, statisch oder dynamisch, klecksartig oder
puzzlesteinförmig, bei ihrer »Transformation in den Kognitiven Raum« enden
diese Dinge nach kognitiv oben zu [14] immerzu
in einem derartigen Punkt. Selbst
einem – zuvor irgendwie fest abgegrenzten – bloßen »Stückchen Klassischer Raum«
würde es so ergehen!
Das ist der Grund, warum ich
allen Abbildungen, sobald es irgend um einen ‚fest umrissenen Weltausschnitt’
geht, sobald sie die Seitenansicht im
Wissensraum zu einem bestimmten in sich zusammenhängenden Gebiet von Sichtbarkeiten oder einem entsprechenden
Gebiet von Wissbarkeiten ausdrücken
sollen, dem jeweiligen „lokalen gemeinsamen Hut“ von vorneherein die Kegelform als Soll mitgebe. Egal wie groß unser
Nichtwissen innen drin bei den Details auch sein mag und egal was von den originalseits
lokal vorzufindenden Wissbarkeiten wir – aus Unvermögen oder der Übersichtlichkeit
wegen – gerade zu verschweigen belieben.
Die Allgemeingültigkeit dieses ‚Wissensträgertyps’
reicht aber noch weiter. Die Gesamtmenge der in der Welt überhaupt anlegbaren ‚Ausschnitte‘
– und damit automatisch auch die Sichtbarkeiten zu den eventuellen Objekten
innen drin – ist über die genau gleiche Operation des Hochzoomens zu einer
einzigen riesigen Lösung
unifizierbar: Sollen auch diese Ausschnitte beschreibungsmethodisch alle unter
einen einzigen gemeinsamen Hut
gebracht werden, entsteht als Gestalt der Lösung zwangsläufig wieder etwas
Kegelförmiges.
Als Wissensträgertyp wird dieser
Kegel in seiner Horizontalen
aufgespannt vom Konzept der „Materie und Energie in der Raumzeit“ und in seiner
Vertikalen vom immer selben, beliebig weit nach oben und unten zu
treibenden Operator des visuellen (bzw. kognitiven) Zoomens – oder durch ein
entsprechendes ‚Herumreisen’ im zugehörigen Diskursraum.
Jede den irdischen Globus mit
einschließende „größere Perspektive“, etwa diejenige von irgendwoher aus der
Ferne auf unser Sonnensystem, auf die Milchstraße oder gar auf den Kosmos als
Ganzem, wäre in der Abbildung 5
hoch oben – weit über dem „Top-Punkt“ für die Erde selbst – als ein die jeweilige
Perspektive von dort aus umhüllender Kegel nachzutragen. In seine Breite hinein ließe dieser Superkegel
sich bei Bedarf mit den Partialkegeln zur Darstellung all der anderen Planeten,
all der anderen Galaxien und all der anderen in der WELT sonst noch
existierenden bzw. momentan gerade interessierenden materiellen Objekte
auffüllen. Alle Dinge würden dabei in ihren eigenen „nachbarschaftlichen
Beziehungen zueinander“ und den jeweiligen „Entfernungen zueinander“ immer genau so dargestellt, wie sie unterwegs
bei der zoomenden und schwenkenden Änderung der Perspektive im ‚Guckloch’ gerade
aufscheinen. – (vgl. Box 1)
Die Zoom-Operation ist durch eine gemeinsame
Menge an Effekten charakterisiert:
1. Ständig wandert beim „Abstraktionszoomen“
eine ungeheure Menge an Wissbarkeiten über
den Gucklochrand neu in das Blickfeld hinein – wozu alle vier Himmelsrichtungen ihren Teil beitragen.
2. Jedes Objekt oder Merkmal, das unsere
Aufmerksamkeit einmal auf sich gezogen hat, bewegt sich unter ständiger Verkleinerung auf das Bildzentrum zu und verschwindet dort – wegen der Grenzen
des Auflösungsvermögens – irgendwann scheinbar ganz.[15]
3. Die Komplexität des Gesamtbildes sollte wegen
dieses Zustroms an weiteren höchst heterogenen Daten eigentlich ins
Ungeheuerliche anwachsen. Doch ein Prozess der Clusterbildung erzeugt in unserem Kopf stattdessen nur neue Muster in immer umfassenderen
Strukturen: „Bausteine“, „Ganze Gebäude“, „Wohnblocks“, „Städte“, „Länder“,
„Kontinente“, „Planeten“ und Ähnliches an subsumierenden
Objekten unterwegs. Jede Zwischenstruktur schrumpft automatisch – egal wie
komplex sie selbst nach innen zu auch sein mag! – ebenfalls in sich zusammen
und verschwindet irgendwann –
„verlustfrei“ – als bloßer ‚Punkt’
ganz aus der Sicht. Und zwar in genau dem Maße, wie sich das diese Zoomfahrt
simulierende „Raumschiff“ weiter von ihr entfernt.
4. Dieses Szenario reproduziert nur „Sichtbarkeiten“, eine Untermenge der „Wissbarkeiten
der Welt“. All sein „Wissen“ gewinnt es aber direkt an der Quelle: Der Realität. Es ‚spiegelt’ die „Gegebenheiten
am Boden“ immer nur so wieder, wie diese jeweils sind. Eine Filmkamera, statt
uns selbst in der Rakete, würde genau dieselben Ergebnisse erbringen: Das
Ergebnis der Zoomoperation wird nicht von irgendwelchen menschlichen
Erwartungen darüber beeinflusst (und
verfälscht), was an Dingen als Nächstes ins Blickfeld hineinwandern sollte. Sie
funktioniert unabhängig von all unseren Denkmodellen, Interpretationen und
Behauptungen über dasjenige, was es dort vor Ort gerade ‚nachbarschaftlich’ zu
sehen gibt. Unabhängig von allem Wunschdenken.
5. Selbst dann, wenn wir irgendetwas als momentan
„oberstes Objekt“ festhalten
(beispielsweise eine bestimmte Eizelle, den Globus oder das Universum als
Ganzes), ändern sich die Abbildungen von diesem ‚Objekt’ und ‚Weltausschnitt’ im
Zuge des Herumzoomens dramatisch. Mehr noch: Der subjektive Eindruck, den wir
von den Dingen bekommen, muss sich
dabei sogar dramatisch ändern – spätestens alle paar Zehnerpotenzen weiter in der
Auflösung.
6. Trotzdem schafft es die Zoomoperation – im
Gegensatz zu vielen unserer oft
leichtfertigen ‚Behauptungen’
über die WELT – nicht, die tatsächliche Kohärenz der Dinge zu durchbrechen. Nachbarschaftsbeziehungen
und Entfernungen im Original werden
daher genau so in die Bilder übertragen,
wie sie in der Wirklichkeit gegeben sind. Bzw. so, wie sie vom Linsensystem der
Kamera gemäß den Gesetzen der Optik abgebildet werden. Zwischen all den in
diesem Szenario machbaren Abbildungen herrscht als zwingendes Gesetz: Einsheit
und Konsistenz total.
Die Operation des » K o g n i t i
v e n Zoomens« wird später
anhand eines Satzes analoger Phänomene und Gesetze definiert werden.[16]
(Fußnoten:
Optionen für Proben auf Richtigkeit:
Die zwangsläufige Mehrfachabbildung im Abstraktionskegel-Paradigma
ist folglich keine (der drohenden Komplexität wegen am besten schnell wieder zu
beseitigende) Redundanz. Eher sollte sie
als willkommene Gelegenheit dafür gesehen werden, unter
Entlarvungserscheinungen zu prüfen, wie weit die originalseits sowieso
existierende Konsistenz auch bei der Beschreibung
schon zum Zuge kommt, sprich:in der Transformation der Dinge erhalten geblieben
ist, d. h. in welchem Maße unsere Abbildungen wirklich Fehlerfreiheit
garantieren – (vgl. auch das Stichwort: ‚Geltungsbereich’ einer
Beschreibung(sweise) oder ‚Behauptung’).
Sind die
Abbildungen untereinander nicht konsistent (einschließlich all der Ansichten
von der Front und der Seite der Dinge her betrachtet, oder bei Objekten in
Bewegung, etwa aus der \Achterbahn-Perspektive
oder bei einem individuellen Objekt das Aussehen über seinen gesamten
Lebenslauf hinweg verfolgt – auch über all seine Metamorphosen hinweg – usw.),
dann steckt irgendwo noch ein (oft schwer zu findender) Fehler in den
Abbildungen bzw. im Abstraktionskegel selbst drin. Auch eine bewusste oder
unbewusste Täuschung kann es sein, vielleicht sogar
ein gekonnt gemachter Zaubertrick.
Der
Lösungskegel ist,
solange er nicht durchgehend frei von \Inneren Widersprüchen ist,
noch immer nicht \fertig.
Das extreme
„Weltraum bis Mikrokosmos“-Zoomszenario hält alle derartigen Fehler – per knipsender
Mechanisierung des Beobachtungsprozesses – von vorneherein ausgeschaltet!
Sobald jedoch der Mensch – aus seiner
subjektiven Vorstellung und seinen jeweiligen Intentionen heraus – ein Thema beschreibt
oder ein Objekt in seinen Wissbarkeiten nachzeichnenoder simulieren möchte oder
auch nur eine Hypothese über dessen Aussehen
aufstellt, ist – ganz abgesehen von eventuell mangelnder Objekttreue im Detail
– derartige Fehlerfreiheit keinesfalls garantiert. Man denke nur an all die
inneren Widersprüche in den Weltbildern unserer Vorfahren, über die wir heute
so überlegen lächeln, oder die in der Sache befremdlich scheinenden
Fundamental-Behauptungen mancher Ideologen oder Sekten.[17]
Im "Sucher-Rahmen"
des Zoomszenarios, der jeweils nur einen einzigen konkreten
Ausschnitt auf die Welt freigibt, erscheinen innen drin, außer den hier
zufällig genannten Stützstellen (Stift, Hörsaal...), massenweise weitere
Objekte (vgl. Box
1).
Unsere Aufmerksamkeit pendelt normalerweise hin und her zwischen dem gerade
Auffallenden und dem wechselnden dynamischen Drumherum. Zu jedem momentan
angesteuerten Ding bekommt man immer gleich eine
ganze (kognitive) Nachbarschaft zu sehen, d. h. alle Bilder stecken zusätzlich
voll mit anderem Sichtbarem (und
Wissbarem), hoch-komplex manchmal. Aber immer in einer "originalseits
gegebenen" wohldefinierten Schachtelung von Kontexten.
Einerseits sind
wir abbildungsseits von diesem ‚Referenzideal’ noch weit entfernt, andererseits
schreiten wir auf dem Weg dorthin ständig fort. Andernfalls wären alle
wissenschaftlichen Anstrengungen, jede Forschungsexpedition, jedes Experiment,
jedes Sponsoring von Erkenntnisgewinnung sinnlos und umsonst.)
Offensichtlich ließe sich das
reine Zoomen und Stapeln auch für jeden
anderen Ausschnitt aus der materiellen Welt so arrangieren – in exakt demselben
Szenario. Das Ergebnis wäre auch in diesem Fall ein »Abstraktionskegel« – mit
einem für genau diesen Ausschnitt im Diskursraum eindeutig platzierten
‚Top-Punkt’ als „Gipfel“ darüber. Das Innere all der so gewinnbaren Mini- und
Super-Kegel müsste jeweils noch um die (Unter-)Kegel für all die anderen Weltausschnitte ergänzt werden,
die beim Durchzoomen ganz automatisch mit aufscheinen würden. Darunter mögen auch
Gebiete „aus purem Vakuum“ sein (also „objekt“- und inhaltsleerer Raum), der
Mond dann irgendwo mittendrin, die Sonne, alle anderen Planeten, ganz andere
Sonnensysteme, Cluster von Milchstraßen und alles, was wir im Ausgangsszenario
unterwegs sonst noch miterlebt haben (und all dasjenige, was dort als
Puzzlestein noch gar nicht dran kam).
In
umgekehrter Richtung ließe sich jeder x-beliebige irdische Gegenstand, auch all
diejenigen, die – wie etwa die Hand und der Bleistift – eher im Bereich des
menschlichen Maßes liegen, individuell durchzoomen und so mit all seinen
Sichtbarkeiten (und Wissbarkeiten im Detail) – diesmal aber als „Objekt“ und
nicht bloß als „Weltausschnitt“ – kegelmäßig abspiegeln.
Von
irgendeinem beliebigen Detail ausgehend nach oben gezoomt, schrumpfen auch
diese irgendwann zu einem bloßen Top-Punkt zusammen und verschwinden dabei
scheinbar in den „höheren Kontexten“, die jeder Top-Punkt zu jeder Zeit im
Diskursraum mit sich herum schleppt. (Abbildung 5)
Je mehr an Invarianzen in einem
Modell stecken
desto größer ist der Geltungsbereich
über der Realität,
den dieses Modell abdecken soll.
1. Hochzoomen ist von jeder
beliebigen Örtlichkeit auf der Erde aus möglich: ein Blick durchs Mikroskop, ein Ameisenhaufen, eine Picknick-Party, ein
bestimmter Aussichtspunkt ... Egal, mit welcher Startrampe wir auch beginnen,
der Top-Punkt, der sich am Ende ergibt, ist jedes Mal derselbe: Der „Blaue
Planet“ als „Globus unserer eigenen Welt“. Und wenn wir es mit dem Hochzoomen noch
weitertreiben, landen wir als letztem
Top-Punkt jedes Mal beim selben „Ganzen“ – dem Universum. Dafür könnten wir
genau so gut irgendwo ganz anders, etwa ganz unten auf einem Trabanten
irgendeines Planeten irgendeiner Sonne irgendeiner fremden Galaxie loslegen – und
sogar irgendwo mittendrin im „leeren Raum“ zwischen all den Körpern im Weltraum
starten.[19]
2. Das für die Zoomoperation so charakteristische Geschehen kann in
all seinen Phänomenen anhand höchst unterschiedlicher ‚Wissensträgertypen’
simuliert werden: in Worten ausgedrückt wie hier, über Fotos und Filme „geknipst“,
anhand von Landkarten und dem Atlas zusammengefasst, über mathematische Objekte
beschrieben oder immer feinere „finite“ Netzwerke in allerlei Computerprogrammen
dargestellt. Und sogar in Gedanken“ – als bloße Vorstellung.
3. Egal, ob dieses Herumzoomen vor 5000 Jahren durchgeführt wurde,
zum jetzigen Zeitpunkt oder erst in 5000 Jahren, man gelangt für die vor Ort
angetroffenen Wissbarkeiten immer zu ein und derselben Trägerstruktur: dem
»Geo-visuellen Abstraktionskegel«. Was auch immer die Kosmologen und Physiker
im gerade begonnenen Jahrtausend zum ‚Wissensobjekt Erde’ noch entdecken werden
oder an den bisherigen Vorstellungen korrigieren werden, so gibt es beim
Unterbringen dieser Sichtbarkeiten (und der Wissbarkeiten) keinerlei Anlass, an
dieser Trägerstruktur noch irgendetwas zu ändern. Sie unifiziert die
zugehörigen Sichtbarkeiten seit und für
alle Zeiten.
4. Selbst wenn irgendwelche Informationen hinter Wolken versteckt
sein sollten, ganz im Dunklen liegen oder wegen der korngrößen-bedingten
Auflösungsgrenzen irgendeines Detektors nicht zu erkennen sind, wird deswegen keines der vorhandenen (und
damit abbildbaren) Objekte, keine der Tatsachen und keinerlei tatsächliches
Geschehen einfach aus der WELT verschwinden. Jede „Startrampe“, selbst wenn sie
unseren Gedanken längst entschwunden ist, ist weiterhin da und würde an genau demselben
Ort wieder auftauchen, sobald wir zu dem betreffenden Weltausschnitt
zurückzoomen – und auch zum selben Zeitpunkt. Latent existieren die Örtlichkeiten des Starts auch dann noch – als
eigenständige Sichtbarkeiten und Wissbarkeiten.
5. Egal wie viel von den Ansichten und Details vor Ort uns unbekannt
ein mag (“Im Himalaja jedenfalls bin ich selbst noch nie gewesen.”) hindern uns
partielle Schwächen in der Wissensbasis
(über Gebiete etwa, die gerade erst anfangen, ins Blickfeld hineinzurutschen)
nicht im Geringsten daran, die lokal zuständige Top-Perspektive fehlerfrei zu
erreichen: Im Beispiel eben den – wegen der Schwerkraft – von Natur aus runden Globus im Diskursraum von „Raum,
Zeit und Materie“ + die von ihrer methodischen Natur her bereits kegelförmige Trägerstruktur für die Wissbarkeiten
zu ihm – nach all ihrer Transformation in den so ganz anders aufzuspannenden
»Kognitiven Raum«.
Für die im »Unterfangen
Weltpuzzle« angestrebte Totalunifizierung der Dinge,
die ja weit über
die bloßen ‚Sichtbarkeiten der WELT‘ hinaus
den vollen Umfang der Realität des »Originals WELT« abdecken soll,
müssen wir offensichtlich nach
noch weitergehenden Invarianzen suchen.
Es
ist gedanklich nichts sonderlich Schweres, das so entstandene Grundkonzept des ‚Abstraktionskegels’,
der als ‚Wissbarkeiten‘ bisher ja nur die auf der Erdoberfläche erscheinenden Draufsichten unterbringt, um eine Reihe
weiterer Puzzlesteine zu ergänzen. Etwa solche:
·
für
ein vollständiges Abbild der in Wirklichkeit ja dreidimensionalen irdischen
Welt
– d. h. inklusive aller „Frontansichten“
und „Seitenansichten“
der Dinge
·
für
alle Schrägsichten auf die Teile,
Landschaften und Objekte innen drin und oben drauf
·
für
alle Innen-Ansichten (wie etwa dem
Innenleben eines Termitenbaus oder die innerhalb des lebenden Körpers nur
endoskopisch zugänglichen Ansichten eines ganz bestimmten Organs).
Natürlich lassen sich auch diese
zusätzlichen Ansichten zur Erde (und ihren jeweiligen „Objekten“) – genau im Takt des Zoomens bzw. nach Maßgabe
der gerade gemeinten Sollauflösung abbildungsseits vergrößern und verkleinern.
Beliebig und über die gesamte Zoomspanne hinweg.
Im Gegensatz zu den zweidimensionalen
Bildern, die sich so leicht auf Papier, Leinwand oder dem Bildschirm unterbringen
lassen (wie etwa die Abbildung 3), wird
der bei diesen Transformationen entstehende »Geo-visuelle Abstraktionskegel«
durch mehr als bloß zwei oder drei Dimensionen ‚aufgespannt’. Das aber macht es
uns schwer, dieses Konzept zu visualisieren oder es sich
sonst irgendwie konkret vorzustellen. Schon in der einfachsten Form bedarf es
zu seiner Aufspannung ja gleich vierer
Raumachsen: Die drei Dimensionen für den Klassischen Raum + eine weitere, davon
unabhängige Achse für den
Freiheitsgrad der Zoomens, d. h. für die Option, mit der sich der Auflösungsgrad
der dort angetroffenen Dinge überhaupt erst variieren lässt.[20] Dazu kommt noch eine Extra-Achse für so etwas
wie „das Lichtspektrum“ – um all das zusätzlich Wissbare ebenfalls abzubilden,
zu dem wir anhand der Farb-Information gelangen können (wie etwa der lokalen
‚Temperatur’ eines Strahlers). Die riesige Spannweite der elektromagnetischen
Wellenlängen, die sich – von überall im Weltall oder dem Erdball aus – zur
Beobachtung der Dinge ganz nach Wunsch einsetzen lassen, erhöht die Anzahl der
zur Aufspannung des fraglichen Diskursraums benötigten Achsen also noch weiter
und erschwert so das Abbilden und das Sich-vorstellen-Können des Ergebnisses in
Form eines ‚Abstraktionskegels‘ noch weiter. Das – komplette und sachlich richtige
– Transformieren dessen, was originalseits gesehen wird, bzw. all dessen, was
„überhaupt in der WELT sichtbar ist“, in diese immer dieselbe so einzigartig unifizierende Wissensstruktur hinein wird
somit zum hoch-anspruchsvollen Arbeitsschritt.
Da in der WELT zusätzlich noch
die Veränderung als Phänomen im Spiel
ist, sich „Objekte“ selbständig in ein fix gehaltenes Blickfeld hinein bewegen
können oder aus ihm heraus weiterfliegen, dort gar erst entstehen, sich ändern
und später vergehen, so wie der Bleistift ja erst einmal fabriziert wurde und
später in seinem Lebenszyklus in seiner Länge immer kürzer wird, muss, als
weitere Raumachse, auch die „Zeit“ in das Bild der Dinge einbezogen werden.
Mit dieser letzten Erweiterung
des Diskursraums jedoch wäre dann jedweder Zustand auf der Erde (und letztlich
alles sichtbare Geschehen in der Welt als Ganzer von ihrem ersten Anbeginn im
Urknall an bis hin zum "Weltuntergang") mittels eines einzigen gemeinsamen Wissensträgertyps unifizierbar.
Das über genau diese Art von Transformation entstehende ‚Weltbild’ wäre – wenn
überall bereits mit den tatsächlichen Sichtbarkeiten gefüllt – lückenlos
vollständig: vom Allergrößten bis hin zum Allerkleinsten, vom ersten Anfang bis
zum Ende.[21]
Durch
diese Integration des – als solcher ja ebenfalls beliebig durchzoombaren – Phänomenbereichs
der Zeit wäre jede Art von Änderung in der materiellen WELT, d. h.
alles ‚Geschehen’ egal, ob seine Vorgänge für uns gut erkennbar sind oder viel
zu schnell oder zu langsam ablaufen, kurzum die gesamte „Geschichte der Welt“
in das Abstraktionskegel-Paradigma einbezogen. Und das sowohl im ganzheitlichen
Überblick als auch im feinsten lokalen Detail.[22]
Jedoch beschränkt sich das
langsam entstehende Gesamtbild immer noch – zumindest vorerst noch – auf
dasjenige, was "optisch sichtbar“ ist.
Damit wird jedoch nicht nur das natürlicherseits in der WELT Gegebene
und Geschehende abgedeckt sondern auch der riesige, erst vom Menschen selbst erzeugte Teil der materiellen Welt, d. h.
alle Technik, egal aus welchem Zeitalter, egal wie einfach oder komplex,
solange das Ergebnis nur irgendwie „sichtbar“ ist: Werkzeuge, Bauten und
Kunstwerke, Reißbrettzeichnungen ebenso wie alles Schrifttum, ja selbst die im
dunklen Schrank eingesperrten Bücher und Filme, noch auf die Rolle gepackt oder
später bei ihrer Projektion auf die Leinwand. Und das alles, egal wie richtig,
praktisch, falsch, fiktiv oder verzerrt dabei die – mal nach Vorlage
entstandenen, mal erst von uns selbst so erzeugten – Bilder auch sein mögen.
Jede jemals irgendwo von irgendwem hingeschriebene Zahl oder Zeile, jedes
Graffito oder Gemälde, jede Puppe oder Fabrik ist in diesem Abstraktionskegel
schon mit enthalten. Und alles, was auf der Welt jemals auf irgendeinem
Bildschirm angezeigt wurde oder in Zukunft noch erscheinen wird, ebenfalls.
Alles an Computer-Animationen und erst noch zu erfindenden virtuellen Welten findet
in dieser Unifikation ganz natürlicherweise seinen eigenen Platz.
Soweit es die originalseitige
WELT betrifft, werden die Dinge dabei immer bloß abgebildet. Sie werden noch nicht als Teile eines (dem Menschen) sinnvollen
Systems interpretiert, noch nicht in
einer bestimmten Landessprache oder festgelegten Arithmetik beschrieben. Alles, was auf Foto registriert
wird, entbehrt zunächst jeglicher Bedeutung:
All das
mit den "Konturen", "Gegenständen",
"Begriffen", "Eigenschaften" und "Zusammenhängen",
all das mit den "Mengen", "Systemen", "Teilen",
"Anzahlen" ...
müssen Sie dann schon
selber machen,
„lieber
Herr Fotoapparat“! [23]
Und das
mit den sonstigen "Objekten" unserer Vorstellung und all den anderen philosophischen und methodischen
Kategorien der Weltbildmacherei ebenfalls.
Das somit, allein per Transformation, entstandene
hoch-unifizierende Gebilde ist – paradigmatisch offen-sichtlich – äußerst mächtig,
sowohl bei der Ordnung als auch der Explikation der anstehendenDinge. Die Schwierigkeit für uns liegt darin,
sich dieses seltsame und doch zwingende Gebilde als das eine Ganze
vorzustellen, das es ja ist, und die konkreten Ausschnitte aus und die Zusammenhänge
in ihm für uns immer einsichtig genug zu halten.
– [\Der Abgrenzungsschritt – hin zum ‚Denkobjekt’;
\zu
unserer biologischen Bindung an das ‚Guckloch‘-Paradigma; \Tricks
zur Darstellung von Unvorstellbarem; \Die ‚Erste‘ unter den Dimensionen der
Welt; \Unifizierung + ‚Kegelschnitte im Kognitiven Raum‘;
\...]
Damit aber wäre
– so wie es im »Unterfangen
Weltpuzzle«
angestrebt wird –
zumindest "Alles Sichtbare dieser
Welt" bereits
beschreibungsmethodisch unter einen
einzigen gemeinsamen Hut
gebracht.
Oder kennt
irgendjemand irgendwo irgendeine Ausnahme?
Dabei
stellt das Szenario des visuellen Zoomens nur wenig an Voraussetzungen. Seine
einzigen Annahmen sind, dass originalseits
irgendwelche Bröckchen oder Brocken von Materie im – bleiben wir vorerst dabei
– dreidimensionalen Raum vorliegen
und dass diese Materiestücke selbstleuchtend
sind. Oder dass sie die Strahlung irgendeiner externen Licht-Quelle reflektieren oder – auf irgendeine Art von Hintergrund
– wenigstens ihren Schatten werfen,
sodass sie sich selbst als individuelle Existenzen und Positionen in dem von
uns gerade betrachteten Raumwinkel verraten. Voraussetzung ist, dass dieses
Licht irgendwie registriert werden kann: als gebündelte Strahlen etwa oder
holografisch als Wellenzüge oder als Unmengen von einzeln registrierbaren
Photonen.
Bei der Wahrnehmung von Atomen
und Quarks käme dabei als Frequenzbereich noch Pseudo-Licht von Hochenergieteilchen
mit entsprechend kürzerer Wellenlänge bzw. die rein gedankliche Umsetzung unseres
entsprechenden Wissens in Bild-Simulationen hinzu. Als Ersatz für die für diese
Art von „Bröckchen“ viel zu langwellige, all die vor Ort vorhandenen Details
gar nicht mehr in Einzelheiten auflösende klassische Strahlung. [24]
--- §+ Superstrings/ Branes [25]§

Abbildung 8: Die Komponenten des
‚Abstraktionskegels an sich‘
Wenn also – sei es durch Zufall oder aus Absicht – der fragliche ‚Weltausschnitt‘ genau mit der Umhüllung
eines bestimmten Objekts zusammenfällt, mit der Erde etwa oder dem Bleistift,
einer Partitur oder
was auch immer, wird dieser Top-Punkt – gemeinsam mit dem ganzen Kegel darunter
– alle Sichtbarkeiten zu genau diesem
Objekt enthalten (und letztlich auch all seine Wissbarkeiten). Selbst dann noch, wenn beide – Objekt und Rahmen – während
eines weiteren Hochzoomens, wie es nun einmal ihre Natur ist, in dem Guckloch irgendwann
bis zu völliger Unsichtbarkeit hinweggeschrumpft sind, wenn sie abbildungsseits als Objekte also nur
noch in ‚überzoomter Form‘ existieren. Die Tatsache, dass Wissbarkeiten – zwar
nur abbildungsseits, dort aber immer – derart in Latenz verschwinden können, ist faszinierend und irritierend
zugleich. Doch sind Latenzierungsereignisse in der Welt der Sichtbarkeiten ein
uns längst vertrautes Phänomen. Zumindest seit der Renaissance-Maler
Filippo Brunelleschi (1413)
und seine Schüler in ihren Bildern erstmals Weltausschnitte mit den Dingen “in
voller Tiefe und Perspektive” gezeigt haben, haben wir eine methodische Ahnung
davon, was es mit Strahlenpyramiden
und Fluchtpunkten und Horizonten auf sich hat – und auf welche
Weisen man mit diesen spielen kann. [26]
Wenn dagegen – anders als im anfänglichen
Raumschiff-Szenario in seiner ‚Guckloch-Begrenztheit‘ – der ausgewählte Gegenstand
ständig dabei bleibt, den Raumwinkel vor Augen voll auszufüllen (so wie ich es –
ohne die sonst gängige Bildung von ‚Ausschnitten‘ – oben in Abschnitt 3.2 am Beispiel des „Blauen
Planeten“ durchgespielt habe) wird der Top-Punkt des Abstraktionskegels diesen
Gegenstand in gewisser Weise gleich als
ganzes Objekt identifizieren (egal ob das Ding einen eigenen Namen hat oder
nicht): Allein durch dessen Position
im Raum der Wissbarkeiten! Sein Top-Punkt[27] wird das jeweilige Objekt von jedem anders abgegrenzten,
von jedem irgendwie mit ihm konkurrierenden (dort anderswo unterzubringenden)
Objekt unterscheiden, sei es nun irgendein anderer aus der Menge der
Weltraum-Trabanten, ein anderer Bleistift, irgend ein „Telefonapparat“ – oder
was auch immer.[28]
Der
langen Rede kurzer Sinn: Zumindest im Wissensgebiet desjenigen, was von der
WELT in Form von Sichtbarkeiten erfassbar
ist, sind all unsere Weltbilder schon heute zu einem einzigen „Unifizierten
Abbild der Dinge“ zusammengewachsen: Dinge im Tatsächlichen der Materiellen
Welt ebenso wie alles, was als Virtualität und sehbare Illusion erst erzeugt wurde,
samt allem, was in Raum und Zeit positionsmäßig bloß dorthin behauptet wird.
Trotz all der daran im Einzelnen beteiligten Komplexität, trotz der individuellen
Unterschiede im Inneren all der jeweiligen Weltausschnitte, trotz all der Optionen
bei der Wahl der Perspektiven auf das Original und der Auflösungsgrade für das
Detail. Die allerunterschiedlichsten lokalen und globalen Konzeptionen, egal
aus welchem Zeitalter sie auch stammen mögen – und all die Arten von
geometrischer Methodik und jemals ausprobierter optischer Technologie nicht zu
vergessen – haben damit schon längst die Art von gemeinsamem Hut gefunden, nach dem oben gemäß Abschnitt 1. in diesem Unterfangen
gesucht wird. (vgl. Box 2)
Es stellt sich heraus,
dass der gemeinsame Wissensträger
für diese Art von „raumgreifender“ Unifizierung
zwangsläufig vom Typ des »Abstraktionskegels« ist. [29] [30]
Die hohe Nützlichkeit des derart
ableitbaren »Abstraktionskegels für den 3D-Raum« ließ sich in der WELT nicht
ewig übersehen und methodisch nicht immer außen vor lassen. Was von den Tieren
etwa und den Steinzeitmenschen gar nicht erst bemerkt wurde, hat sich der
moderne Mensch längst zu allerlei kognitivem Werkzeug zurechtgebastelt.
Die – immerzu in bloß zwei seiner
Dimensionen operierenden – Atlanten hatte ich bereits erwähnt. Die Geometrie
als Wissenschaft ebenso. Auch die Programmpakete zum rechnergestützten
Entwerfen von Dingen (CAD) sind nichts anderes als Werkzeuge, um das Geschehen
und die Möglichkeiten in diesem so vielseitig verwendbaren ‚Wissensträgertyp‘
aufzugreifen und gestaltend zu simulieren. Dabei ist die ganze CAD-Technik ja
nur um eine einzige originalseits genau feststehende, seit Urzeiten wissbare
Menge an Optionen herum organisiert, um ein einziges
„Menü an Mausklicks“ sozusagen. Diese Vereinigungsmenge wird uns später als
»Palette der Freiheitsgrade im Kognitiven Raum«
wieder begegnen.
Doch beachte man: Selbst wenn man
die besten der heutigen Atlanten, Einzelkarten, Kataster, Satellitenfotos, Computerdateien,
Bohrkernanalysen, ... allesamt in einer einzigen Datenbank zusammenspielen
würde, würde damit der hier in Form seines »Referenzideals«
vorgestellte „Abstraktionskegel der Sichtbarkeiten“ erst bruchstückhaft und
stümperhaft kläglich verwirklicht.
– [\Die
Reflexion der WELT in der Richtigkeitsinstanz #2s]
Man
beachte insbesondere die folgende Invarianz: Selbst wenn die Erde in
Wirklichkeit aus dieser Scheibe bestünde und die Sterne nur die im Mittelalter vermuteten
Durchstichlöcher durch die Schalen des Firmaments wären, würde das – bei der
transformierenden Abbildung der WELT – an der Einsetzbarkeit des Wissensträgertyps
»Abstraktionskegel« kein Jota ändern. Auch in einer originalseits tatsächlich
so gearteten Welt käme man am Ende an dem „Paradigma des sich kognitiv nach
oben zu einem Punkt verjüngenden Stapels von Karten abnehmender
Detailauflösung“ nicht vorbei: mit genau denselben Freiheitsgraden im Umgang
damit wie auch sonst. Nur bei der Anzahl der den zuständigen Diskursraum
aufspannenden Dimensionen und entsprechend bei den gerade noch wahren
Inhalten würden sich ein paar Einzelheiten ändern.[31]
Es ist also gleichgültig („gleichermaßen gültig“), wie gut oder
schlecht wir selbst in unserem klassisch geprägten Denken mit den Vorstellungen
zur WELT zurecht kommen, etwa mit Einsteins Relativitätstheorien, der
Unschärferelation oder was auch immer. In jedem Fall kann die originalseitige
WELT, egal wie diese nun einmal ist, anhand der
»Kognitiven Freiheitsgrade« – und dazu zählt auch die kegel-aufspannende
Zoomoperation – studiert und abgebildet werden. Voraussetzung ist nur, man beherrscht
schon die „richtige Art der Transformation“ der Wissbarkeiten in den ‚Kognitiven
Raum’.
Dazu
sollte man natürlich – neben den bloßen Gesetzmäßigkeiten des „Abstraktionskegels
an sich“ – möglichst schon die konkrete Aufspannung
des Diskursraums zur »Lösung des Puzzles WELT« kennen (bzw. zur Aufspannung
des »Referenzideals der Abbildung der WELT«).
Diese
Art der Abbildung – aber nur sie – erlaubt es uns sogar, die Welt, in der wir
leben und in die wir körperlich unweigerlich eingebunden bleiben, doch noch in
gewisser Weise zu „verlassen“ und sie, die WELT selbst, in Teilen oder als
Ganzes so zu beschreiben, als ob wir sie – und uns selbst innen drin – von außen her sehen könnten. Das ist der
eigentliche Clou des ‚Abstraktionskegel-Paradigmas‘. Ein methodisch recht
ergiebiger jedoch und für alles Herum-Philosophieren der eigentlich
entscheidende: Der „Bewegungsspielraum des Menschen als Körperwesen“ und der „Bewegungsspielraum
des Menschen als Geistwesen“ sind nun einmal zweierlei. Jeder der – entsprechend unterschiedlichen – Räume hat
seine eigenen Freiheitsgrade und
seine eigene achsenmäßige Aufspannung.
Genau das aber liefert uns die Möglichkeit dazu.[32]
Soweit dieser erste, von mir eher
didaktisch gedachte Paradefall zum ‚Abstraktionskegel-Paradigma‘. Als Beispiel
erledigt er jedoch nur ein erstes
Tortenstück des »Puzzles WELT als Ganzem« – ein einziges unter mehreren
anderen, ähnlich umfassend mit Wissbarkeiten versehenen Tortenstücken.
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Zusammenfassung
zu diesem Teil
Hier gelernt: Mit
Hilfe der ‚Transformation der Dinge in den Diskursraum des »Wissensträgertyps
Abstraktionskegel«‘ ist eine umfassende Unifizierung möglich – zumindest für die „Sichtbarkeiten der Welt“.
Über
den Sichtbarkeiten der »WELT im Original«
entsteht – mit der Reinheit eines Einkristalls – abbildungsseits ein ganz bestimmtes in sich stimmiges Gebilde.
Jeder ‚Weltausschnitt‘ – zumindestaus der Materiellen Welt – hat bzw. bekommt
so im Abbildungsseitigen sein eindeutiges Pendant.
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Überblick über den Rest dieses Essays (+ des
Unterfangens als Ganzem)
1. Das aus diesem Paradefall heraus entwickelte Lösungsmuster wird weiter verallgemeinert.
2. Das entstandene Verfahren wird zunächst an
einem, später an mehreren, inhaltlich
ganz anders gelagerten Fachgebieten getestet – und damit an Unmengen von
oft ähnlich unübersichtlichen Einzelwissbarkeiten aus dem jeweiligen Weltausschnitt.
{Unter dem
Einfluss des Zoomoperators ordnen sich auch dort die einzelnen Puzzlesteine und
anfangs in ihrer Komplexität verschreckenden Wortfelder auf ganz natürlich
Weise zu eigenen „unifizierten Tortenstücken des Großen Ganzen“. Die Art der
Transformation zwischen dem Originalseitigen
und dem Abbildungsseitigen und das
Phänomen der „Raumgreifung über den Zoomoperator“ sind für alle Fachgebiete
dieselben!}
– [\Pusteblumenlogo; \als extra Arbeitsschritt: Die „richtige“
‚Transformation der Dinge in den Kognitiven Raum‘; \Die ‚Regeln der Kunst‘ der Kognik; \...]
3. §Die Möglichkeiten und Gesetzmäßigkeiten bei
dieser Transformation und den Raumgreifungen
+ erste Tipps zur methodischen Nutzung der dabei entstehenden
»Abstraktionskegel«.§
4. §Mathematisierung dieses Wissensträgertyps
aufgrund seines Charakteristikums als: »Punkt,
der sich teilen lässt«.§
-------------------------------------------------- Ende des 1. Satzes dieser „Symphonie“
-----------------------------------------------
4. Verallgemeinerung der Hypothese
Meine Behauptung
lautet:
Derselbe Typ von ‚Wissensträger‘,
der »Abstraktionskegel an sich«,
eignet sich für die im »Unterfangen
Weltpuzzle« angestrebte
Unifizierung ausnahmslos aller Wissbarkeiten,
d. h. auch bei Ausdehnung auf all die anderen Bereiche der Realität,
die nicht mehr mit den simplen ‚Gelegenheiten der Sichtbarkeit‘ zu erfassen
sind.
Auch dann, wenn es nicht mehr bloß um Dinge der ‚Materiellen Welt’ geht.
Bei all den anderen
„Tortenstücken des großen Ganzen“,
der originalseits vorliegenden WELT also,
führt genau derselbe ‚Wissensträgertyp‘
als Diskursraum ebenfalls zur Lösung.
Zur
»Lösung des Puzzles WELT«, diesem gigantischen, hochkomplexen Ganzen muss man –
zwangsläufig – auf den hier vorgestellten ‚Wissensträgertyp‘ setzen: Auf
dieses besondere Konstrukt, in dem für ihn passenden und doch so ungewohnt
aufzuspannenden Diskursraum. Und damit auch auf die Palette der »Zoomphänomene«
und die besondere Palette an »Freiheitsgraden der Bewegung und des Handelns«,
durch die dieser neuartige Raum erst definiert wird. [33]
Das
würde bedeuten:
A. Jedes Ding bekommt bei seiner Transformation aus dem Original WELT heraus
in diesen zwangsläufig „ausrollbar-dimensionalen“ Diskursraum, den »Kognitiven
Raum«, seine eigene feste Position.
Das gilt zunächst nur in der Idealreflexion
der Wirklichkeit in diesen Raum („Das Referenzideal der Abbildung der WELT“). Im
Puzzle-Paradigma entspricht das der „völlig fehlerfreien“ gemeinsamen Platzierung
all ihrer Wissbarkeiten. Alles irgend vorhandene und denkbare Puzzlesteinmaterial,
noch weit über den sowieso schon besseren Wissensstand des Jahres 3000 hinaus,
wäre dabei „schon richtig“ in diesen Referenzraum transformiert.
Der Grund für diese besondere
Platzierbarkeit ist die Überzoombarkeit
der Dinge, ein Phänomen, das zunächst nur für ‚Weltausschnitte’ gilt, was
aber ab einem bestimmten Grad des Hochzoomens – automatisch – auch deren jeweilige
‚Inhalte’ abbildungsseits zum Verschwinden bringt.[34]
Derselbe Wissensträgertyp mit demselben
unifizierenden Diskursraum lässt sich aber auch heute schon bei der Unterbringung
unseres – bei weitem nicht so perfektem – Wissens
über die Welt einsetzen. Das fragliche Wissen mag dabei noch aus dem
winzigsten und entlegensten der in der WELT überhaupt anlegbaren
Weltausschnitte stammen und aus den seltsamsten Perspektiven auf diese. Der
momentan zu transformierende Puzzlestein kann dabei – als Ding – sogar eine bloße Hypothese sein (d. h. eine von
irgendjemand aufgestellte oder noch aufstellbare Aussage unter Einsatz von mehr
oder weniger verlässlichen Rückgriffen auf das Original WELT selbst).
Als Behauptung kann so ein Ding
oder Puzzlestein also ohne weiteres richtig
sein oder falsch.
– [\Abbildtheorie; \Behauptungen – als
solche; \...]
B. Unter dem Einfluss gewisser Operatoren – das »Kognitive Zoomen« ist
nur eine aus der vollen Palette an Bewegungs- und Handlungsoptionen in diesem
Raum – muss sich der einzelne Denk-Posten nach
bestimmten festen Gesetzen in diesem Diskursraum bewegen und sich in seinem eigenen
Aussehen verändern. Mit dem in Gedanken jeweils gerade eingenommenen
Beobachterpunkt, dem von dort aus angewählten Weltausschnitt, den darin enthaltenen
‚Wissenslandschaften’, ‚Objekten’, ‚Systemen’ (oder bloßen ‚Texturen’) und den
an diesen jeweils aufscheinenden Merkmalen und Zusammenhängen, muss sich die
abbildungsseitige „Spiegelung der Dinge“ auf dem (kognitiven) Bildschirm ihrer Gestalt nach verändern. Das dort
momentan entstehende Bild kann aber – im Prinzip wenigstens – ebenso eindeutig
vorhergesagt werden, wie es bei den Sichtbarkeiten
allein schon anhand des »Originals WELT« und der Gesetze der »Optik« möglich
ist, das spätere Aussehen des Fotos und die Gestalt der Dinge auf ihm
vorherzusagen, wenn für die Aufnahme nur alle Spezifikationen ihrer – allemal
sucher- oder rahmenhaften – Abgrenzung und der Bildtechnik genau genug
vorgegeben werden.
C. Charakteristikum von Abstraktionskegeln ist es, dass dort, ebenso
wie beim Entwerfen von materiell eventuell noch gar nicht existierenden Dingen
in der CAD-Technik (= computer-gestütztes Entwerfen) alle Wissbarkeiten des gewählten
Realitätsbereichs immerzu miteinander
konsistent „gemanagt“ werden. Auf Seiten der „existierenden Realität“ sind
die Wissbarkeiten sowieso schon derart konsistent – d. h. ohne den geringsten
inneren Widerspruch zwischen den einzelnen Blickwinkeln oder Zoomschichten.
Denn jenseits der individuellen (vielleicht noch gar nicht richtig
verstandenen) „Fakten“ gibt es – als WELT im Ganzen – ja immer nur eine einzige ALLE Wissbarkeiten umfassende Wirklichkeit.
Diese originalseits bedingte Tatsache
müssen wir abbildungsseits „bloß“
richtig nachzeichnen.
D. Die Dimensionalität des »Kognitiven Raums« und des „Allerobersten
Abstraktionskegels in ihm“ sowie die genaue Struktur und Mächtigkeit dieses
universellen Wissensträgertyps wurde von der Wissenschaft – sträflicherweise – noch
nicht systemisch genug erforscht. Sonst hätten wir die Grundkenntnisse dazu
schon damals im Schulunterricht mitbekommen. (Daher auch das besonders große
Fragezeichen im LOGO des Unterfangens.)
Sobald diese Arbeit jedoch einmal erledigt sein wird, verfügt man über ein
gemeinsames Bezugssystem, das für die
in den »Kognitiven Raum« allfälligen Transformationen immerzu gültig ist, ein
einziges, qualitativ immer dasselbe Schema, um dort am Ende „ausnahmslos Alles“
unterbringen und es dort zu neuen Gedankengängen kombinieren zu können.
E. Zu diesem „Alles“ zählen auch all die großen und kleinen kognitiven
Hilfsmittel (wie „Kategorien;
Konzepte; Methoden; Archive; Lehrmaterialien; Benutzeroberflächen;
Architekturen; ...“), die im Zuge der Kulturisation der Menschheit evolutiv – und
unabhängig voneinander oft mehrfach – in die Welt gekommen sind (als
„brainware, software, hardware, orgware, ...“). Wegen dieser – wiederum zoombedingten – Unifizierbarkeit
als „Hilfsmittel“ lassen sich all diese heterogenen Werkzeuge für den Umgang
mit den ‚Dingen des Kognitiven Raums’ in Zukunft einmal in einer einzigen »Kognitiven Infrastruktur« zusammenführen – und
diese hinfort als solche „managen“ (Abbildung 9). Ähnlich
wie die früher getrennten Möglichkeiten der Bewegung im Klassischen Raum als
Netze und modale Komponenten des Transport- und Verkehrswesens (oder diejenigen
der Kommunikation) heute langsam zu einem einzigen
integrierten Ganzen zusammenwachsen und jedem zum Umgang mit dieser
Infrastruktur fähigen Nutzer dann zur
Verfügung stehen. Unabhängig von der „per Navigation im Raum“ von diesem gerade
angesteuerten Gegend oder seinem speziellen Ego als „Verkehrsteilnehmer“. Auf
lange Sicht ist – vorsichtig formuliert – ein »Kognitiver Universalatlas« mit eigenen Standards und ebenso
einheitlicher Handhabung all seiner „nicht-klassischen Landkarten“ nicht
auszuschließen.[35] --- (Technisch: Mit all den auch sonst
unvermeidlichen Kompromissen aus dem jeweiligen Verhältnis zwischen Nutzerbedarf und
Erstellungsaufwand!)

Abbildung 9: Hilfmittel + ‚Kognitive
Infrastruktur‘
Ein im Original WELT per
Selektion angelegter Weltausschnitt wird nach der Transformation seiner
Wissbarkeiten in den »Kognitiven Raum« dort koordinatenmäßig ansteuerbar.
Dieser Weltausschnitt kann – wie im Falle der ‚Sichtbarkeiten der WELT’ – am
Ende auch der Klassische Raum als Ganzes
sein, sofern der momentan interessierende Ausschnitt sich nicht auf irgendein kleines Stückchen davon beschränken
soll. Er muss beides aber nicht, denn er kann auch anders. Als Inhalt kann
das Hilfsmittel „Weltausschnitt“ ebenso die gesamte ‚Materie des Universums’
umfassen wie nur lokale bzw. erst durch irgendein Wunschmerkmal festgelegte
Bröckchen daraus. Der Weltausschnitt muss noch nicht einmal dies, denn seine
Inhalte können ja auch von ganz anderer Qualität sein als bloße Materie und
Energie: reine ‚Gedanken’ etwa.
Insgesamt suchen wir im »Unterfangen
Weltpuzzle« nach einem universell einsetzbaren Trägermedium
zur geordneten Aufnahme ‚beliebiger Wissbarkeiten’. Es geht um etwas jenseits
des bloßen ‚Gucklochs’ oder Sucherinhalts wie es das ‚Szenario der bewegten Kamera’ beherrschte, jenseits
der noch unberührten Leinwand des
Malers bzw. dem leeren Reißbrett des
Technikers, jenseits der Tischfläche
auch, die für das Legen eines Pappkarton-Puzzles freigeräumt wird, jenseits des
für jede neue Sendeanstalt ebenso gut geeigneten Fernsehbildschirms oder sonstiger ihre eigenen momentanen Bildinhalte
gar nicht „kennender“ Vielzweckdisplays,
jenseits des mit was auch immer noch unbeschriebenen Speichermediums, jenseits des Raumes
der klassisch-dreidimensionalen Geometrie oder der (von vorneherein
ziemlich zurecht verzerrten) Problemräume
üblicher Systemanalyse und Modellbildung: Gesucht wird ein ‚Wissensträgertyp‘,
bei dem sogar die Durchzoombarkeit der Dinge und dabei die Möglichkeit, von
überall und nirgendwo aus philosophisch „meta“ zu gehen von vorneherein integriert
ist. Und das, ohne später – deus-ex-machina-mäßig – auch nur auf ein einziges ‚Fremdparadigma’
zugreifen zu müssen. --- (als eine Art „Eierlegender Wollmilchsau zum Reiten“
also!)
Mit dem »Abstraktionskegel« als
Sollstruktur haben wir einen solchen Wissensträgertyp jedoch schon gefunden:
Denn egal, woher originalseits ein Weltausschnitt auch stammen mag, egal wie
groß oder klein sein Wissensgebiet auch sei, egal wie zu ihm und seinen Dingen
das Wortfeld – in einer bestimmten Sprache etwa – konkret aussieht und was es
im Einzelnen an Begriffen enthält, sofern wir nur genügend weit nach oben
zoomen, enden all diese Wissbarkeiten irgendwann
in einem einzigen „Punkt“. Genau so, wie ich es oben am Beispiel der
Sichtbarkeiten abgeleitet habe. Egal, ob das in diesen Wissensträgertyp hinein
zu transformierende Ding oder Wissensgebiet noch – direkt oder über Umwege – visuell
erfassbar ist (wie im Abschnitt 3.3) oder gar nicht erst im Diskursraum von
klassischen Raum, Zeit und Materie unterzubringen ist, weil der
Geltungsanspruch auf „etwas ganz anderes“ angesetzt oder gleich auf irgendein
„ausnahmslos Alles“ hin erweitert wurde. Jedem zuvor irgendwie abgegrenzten
‚Fleck im Kognitiver Raum’ passiert – aber immer nur im Abbildungsseitigen – dieses
seltsame „in die Latenz Wegschrumpfen“ all seiner Dinge und Belange. Das aber unweigerlich: in dem dem jeweiligen
‚Weltausschnitt‘ entsprechenden ‚Punkt der Kognik‘! (Abbildung
10) [36]
– [vgl. auch \Abbildung 7 + \Abbildung 8; \Grafik:
„Der Punkt, der sich teilen lässt“; \...]

Abbildung 10: Der ‚Punkt der Kognik‘ – einer,
der „sich teilen“ lässt
Mit dem
Raum für die Sichtbarkeiten der WELT haben wir nebenbei auch schon den Raum
erfasst – und ihn als Diskursraum unifiziert -, in dem die gesamte ‚Materielle Welt’ existiert und sich
abspielt. Die zur abbildungsseitigen Aufspannung der WELT dimensionsmäßig
zusätzlich noch nötigen Konzepte von „Materie & Energie“ – egal ob große
Brocken oder ganz kleine – und all der (ganz und gar nicht mehr zu den
Sichtbarkeiten zählenden) Merkmale wie „Masse“, „Anzahl der gerade beteiligten
Atome“, „lokale Temperatur“, „Zähigkeit“, „ausgeübte Kraft“ bzw. „Wechselwirkungen
untereinander“, „Drehimpuls“, „Isospin“ usw. usw., stammen aus einem ganz
anderen Tortenstück der Wissbarkeiten der WELT: Ein weiterer Beitrag zur
eigentlich gesuchten Lösung, einer, um den sich aber Physiker und Kosmologen
schon längst kümmern – als eigenständige Flanke des Lösungskegels des »Unterfangens
Weltpuzzle« – [\Pusteblumenlogo]. Deren
endgültiger fachlicher Beitrag zum ‚Großen Fragezeichen des Puzzles WELT‘ und
die ultimativen Erfolge ihrer fachspezifischen Unifizierungsbemühungen – Stichwort:
„Weltformel“ – bleiben noch abzuwarten. Ich begnüge mich hier noch mit der
bloßen Anspielung auf dieses scheinbar so andersartige, eigenständige Tortenstück.
Aber
selbst das Wissensobjekt „Materielle Welt in Raum und Zeit“ ist im »Puzzle
WELT« – als Ganzes genommen – ja noch immer nicht
Alles. Die Vereinigungsmenge der zu diesem gigantischen Puzzle gehörenden
und damit in dem Unterfangen korrekt
miteinander zu verzapfenden Wissbarkeiten reicht noch weiter.
Wir haben es im »Unterfangen
Weltpuzzle« – wie oben erwähnt – parallel zueinander mit zwei grundverschiedenen
Räumen zu tun. Mit zwei in sich zusammenhängenden Objekten jeweils eigener
Aufspannung, mit eigenen Freiheitsgraden und eigenen in ihnen geltenden
Phänomenen und Konsistenzbedingungen: Dem „Bewegungsraum für den Menschen als
Körperwesen“ und dem „Bewegungsraum für den Menschen als Geistwesen“.
In seiner Beobachtbarkeit und
Abbildbarkeit ist der „Bewegungsraum für den Menschen als Körperwesen“, der
Klassische Raum, automatisch ein Unterraum des zweiten. Viele der – aus dem eigenen
Umgang mit dem Klassischen Raum vertrauten oder in der Schulzeit eigens
angelernten – Merkmale und Möglichkeiten gelten auch bei der Beschreibung des
für das »Unterfangen Weltpuzzle« derart massiv zu erweiternden Diskursraumes:
Neben der Möglichkeit zum Heraussuchen oder Herausschneiden von ‚Teilen’ („Weltausschnitte“) und der mehr oder
weniger eindeutigen Positionierbarkeit
der Dinge gibt es abbildungsseits noch ganz andere diskursraumtypische Charakteristika,
etwa: Richtung, Nachbarschaft, Verzweigung,
Nähe und Ferne, Gebiet, Route und Irrweg
und manch andere vom Paradefall her ebenso leicht übernehmbare Denkkategorie.
All diese abstrakten Konzepte gelten – über den Klassischen Raum hinaus – im ganzen
»Kognitiven Raum«! Insbesondere kann man in dem erweiterten Diskursraum
allerlei – nützliche oder brotlose – Kegelschnitte,
Projektionen, Neukombinationen und sonstigen Optionen
und Tricks aus der klassischen
Methodik anlegen. Als natürliche Merkmale des Abbildungsseitigen werden sie
uns dort auf Schritt und Tritt begegnen. Denn sie werden – allein vom
Abbildungs- und Diskursraumgeschehen her – an beide Räume gleichermaßen “vererbt“.
Das Aussehen der Dinge in diesem
zweiten Diskursraum lässt sich jedoch nicht mehr so quasi-gratis gewinnen und
nicht mehr so automatisch auf die Richtigkeit seiner Darstellung hin
überprüfen, wie es beim Aussehen bloß materieller Objekte der Fall ist: Dazu
fehlt in diesem Raum und für all die mangels spezifischer Sichtbarkeiten nur in
ihm darstellbaren Wissensgebiete die Option, das gerade Fragliche schlicht zu
„sehen“ und es – möglichst komplementär zueinander – aus allen Blickwinkeln heraus zu
„fotografieren“. Alles an Darstellungsarbeit
für dasjenige, das in diesen Wissensgebieten ja ebenfalls nur von einem
bestehenden Original her angeboten wird,
müssen wir dort schon selber machen:
Durch mühsames Transformieren und Zurechtpuzzeln der allerbesten Erkenntnisse –
und das unter immensen Irrtums- und Fehlerrisiken. Daher sind unifizierte
Darstellungen bisher auch so selten, wenigstens solche für derart großräumige
und hochabstrakte Zusammenhänge, wie sie speziell in der Nähe des ‚Großen
Fragezeichens des Puzzles WELT’ von Belang sind.
Überall dort, wo es – mangels
Sichtbarkeit und Fotografierbarkeit des eigentlich Gemeinten – den linken Teil
der Abbildung
6 gar nicht mehr gibt, bleibt einem immer noch die Darstellbarkeit der Dinge
gemäß ihrem rechten Teil: Dann als Positionen und Formen innerhalb des dafür
zuständigen Abstraktionskegels und damit im so anders als gewohnt
aufzuspannenden „Raum der Wissbarkeiten“.
Das „Aussehen der Dinge im Raum
der Wissbarkeiten“ aber ist ebenso eindeutig und in den Zusammenhängen ebenso
gesetzmäßig, wie es das uns – praktisch und methodisch – so vertraute „Aussehen
sichtbarer Dinge im Klassischen Raum“ ist.[37] [38] [39]
----------------------------------------------
Zusammenfassung
zu diesem Teil:
Hier dazu gelernt:
1. Systemische
Anforderungen an die Lösung
2.
Die selbständige Existenz des
»Kognitiven Raums« + des ‚Gucklochs‘ zu seinem Abscannen
3.
Die Sonderrolle des »Wissensträgertyps
Abstraktionskegel« – seine Mächtigkeit/ sein Geltungsbereich
4.
Chancen und Schwierigkeiten bei seiner
bildlichen Vorstellung, beim inhaltlichen Zusammenpuzzeln und des methodischen
Umgang mit ihm
Überblick über den Rest dieses Essays + des
Unterfangens:
1. Ein
zweiter Paradefall – in genau derselben Grund-Strukturierung
2. §Mehr
zum »Abstraktionskegel« und seiner Methodik
– im Vergleich zu den anderen »Wissensträgertypen«§
3. §Mehr
zur Palette der »Freiheitsgrade
für die Bewegung + das Handeln in der kognitiven
Welt«§
--------------------------------------
Hier: Sollbruchstelle bei einer Veröffentlichung in „Teillieferungen“
-----------------------------
---------------------------------------- Ende dieser Abschweifung in die „Kunst
des Komponierens“ ------------------------------------
5. Ein Paradigma
für den »Kognitiven Prozess« als solchen
Grundsätzlich lassen sich höchst
unterschiedliche Interessengebiete aus der Realität dieser Welt herausschneiden und deren Wissbarkeiten
– nach der passenden Transformation – gemäß den Vorschriften des »Wissensträgertyps
Abstraktionskegel« ordnen. Da die Durchzoombarkeit der Dinge eine Eigenschaft bloß der Weltausschnitte ist, bleiben
die Phänomene und die Arbeitstechniken immer dieselben – egal um welches Ding,
welchen Weltausschnitt oder welches Wissensgebiet es dabei auch gehen mag.
Ich
möchte die Einsicht in diese eigentümliche Invarianz
des »Wissensträgertyps Abstraktionskegel« in Bezug auf seine Inhalte durch ein zweites Beispiel vertiefen: Bei dieser
Demonstration soll es – als ‚Weltausschnitt‘ – um den »Kognitiven Prozess als
solchen« gehen.
„Denken“
und „Denken-Können“, als eigenständiges Forschungs- und Wissensgebiet, gehören
in der Aufspannung seiner eigenen Phänomene, Möglichkeiten und Notwendigkeiten
in ein völlig anders geartetes „Tortenstück des insgesamt gesuchten Großen
Ganzen“ als die oben unifizierten Sichtbarkeiten (mit all ihrer Ortbarkeit im
Klassischen Raum). Die Wissbarkeiten spezifisch zum »Kognitiven Prozess« liegen aber immer
noch im
Diskursraum zum – im »Unterfangen Weltpuzzle« abbildungsseits erst einmal zu
unifizierenden – einen »Original WELT«.
Schauen
wir uns – im Vorgriff auf eine ausführlichere Systemanalyse – mal an, was in diesem
Falle alles an Wissbarkeiten, Phänomenen, kognitiven Landkarten, Navigationsrouten,
Invarianzen auftritt und was auch immer sonst noch. Bzw. was – im Zuge der ‚Kognitiven
Herumzoombarkeit‘ – jeweils korrekterweise aufscheinen sollte.
{Trotz seiner
eigenen Mitzoomerei, die gleich folgen wird, möchte ich den Leser bitten, dabei
unbedingt den „Prozess des Abbildens der WELT“ als ein einziges Ganzes im Hinterkopf zu behalten. Er, dieser wohl
abgegrenzte Prozess, wird in diesem Abschnitt das eigentliche Objekt der Beobachtung sein. Er, der »Kognitive
Prozess als Ganzes« soll – Modell stehend als Objekt des Interesses – hier dieselbe
zentrale Rolle einnehmen, die oben im Abschnitt 3.2 der „Planet Erde“
(bzw. das „Universum“) spielte. [40]}
Der
Einfachheit halber stelle ich mir seine – abbildungsseitige – Darstellung auf acht verschiedene Auflösungsgrade oder
Zoomschichten verteilt vor. Abbildung
11 zeigt diese in der Seitenansicht
auf den zugehörigen Abstraktionskegel.
Abbildung
12 dagegen in der Draufsicht auf
diesen. Die Zahl acht ist nicht zwingend, aber selbst die Macher eines
Weltatlasses müssen sich schon vorab entscheiden, anhand welcher Palette von Auflösungsgraden,
sprich: diskreter Maßstäbe, sie das von ihnen widerzuspiegelnde Objekt des
Interesses denn darstellen möchten. Und das obwohl der „Planet Erde“ und alle
anderen sichtbaren Objekte in ihrem Aussehen doch kontinuierlich – im mathematischen Sinne sogar stetig – ‚durchzoombar‘ sind. [41]
Anhand
der beiden Abbildungen möchte ich Sie, lieber Leser, durch genau dieselben
konzeptionserweiternden Schritte führen wie oben im Paradefall der
Sichtbarkeiten. Doch soll die einleitende Zoomfahrt hier – der Einfachheit
halber – schon von vorneherein durchgängig in nur einer einzigen Richtung verlaufen: von ‚kognitiv oben‘ nach ‚unten‘.
Die „Sprünge“
zwischen den Auflösungs-Schichten zu diesem immer selben „Objekt“ werden ähnlich
groß und abrupt sein und die angetroffenen „Ansichten“ dazu ebenso verschieden
(und auf den ersten Blick unvereinbar) wie schon der „Planet Erde“ uns im Atlas
erscheint. Bei Karten unterschiedlichen Maßstabes also oder wenn man im Zuge
des ZehnHoch-Szenarios immer nur bei Erreichung der nächsten
Zehnerpotenz der Maßskala auf den Auslöser drückt. Die gleiche Art des
Durchschreitens in Siebenmeilenstiefeln also wie oben im Paradefall der
Sichtbarkeiten der WELT. [42]

Abbildung 11: Die ‚Auflösungsgrade zum
Kognitiven Prozess‘ – in der ‚Seitenansicht‘

Abbildung 12: Dieselben wie in Abb. 11 – in
der ‚Draufsicht‘
(+ {anklickbar} die
Draufsicht in einer Zweit-Version)
Unsere WELT, so mutmaßt die
Naturwissenschaft heute, kam in einem für sie einmaligen Ereignis in die
Existenz: über den „Urknall“. Seither hat sie sich „nur noch entfaltet“ und
dabei ihre „Weltausschnitte“ bzw. „Objekte“ kontinuierlich in alle möglichen
Richtungen hinein ausdifferenziert. Dabei hat sie die große Masse unter den
heute in ihr vorhandenen, dem Denken damit verfügbaren Wissbarkeiten erst geschaffen.
Und das in all deren natürlicher Komplexität. (Abbildung
13)

Abbildung 13: Die gesamte Materielle Welt
längs der Zeitachse unifiziert
Später erst, aber immer noch im selben
Prozessablauf, erschien „Sekunden vor Zwölf“ der Homo Sapiens auf der Bildfläche:
Das erste Wesen, das überhaupt dazu in der Lage war, über dieses Geschehen – in
zeitlicher und kognitiver Schichtung – nachzudenken.
Ein Wesen mit der Fähigkeit, der WELT und ihren Gesetzen und den bisherigen „Produkten“
dieses Geschehens bis zu einem gewissem Grade nachzuspüren, ja sogar manch mehr
oder weniger zutreffende Spekulation über die Zukunft anzustellen. (= Die oberste Schicht in der Abbildung 11;
der allerweiteste Rahmen in der Abbildung 12)
An der vordersten Front dieser
Entwicklung, dem Geschehen im Moment des „Jetzt“ – und nur aus dieser wandernden Front her – quellen ständig zusätzliche Wissbarkeiten in die WELT hinein. Von Anfang an
passierte das ohne auch nur eine Millisekunde an Unterbrechung. Insbesondere
trifft das auch für die Menge der „Ereignisse“ eines jeden neuen Moments zu;
und damit – ausnahmslos – auch für die jeweiligen „Nachrichten des Tages“,
diesem relativ eigenständigen Wissensgebiet. Ebenso trifft es zu für alles, was
jemals irgendein Wesen auf Erden gewollt, getan, geschafft oder erlebt hat. Es
trifft sogar für all dasjenige zu, was jemals irgendein Mensch in irgendeinem Augenblick
seines Lebens gedacht hat oder was er
momentan gerade denken oder behaupten
mag und was er fühlt.
(Den geneigten Leser in genau dieser
Sekunde seines Jetzt natürlich mit eingeschlossen).
All dieses gigantische,
heterogene Material – seit Urzeiten Gegebenes, vor langem bereits Entstandenes
und vielleicht schon längst wieder Vergangenes und alles, was im Moment gerade
erst entsteht – besitzt die Gemeinsamkeit,
‚wissbar‘ im Sinne der Fußnote 5 zu sein.
Das Unifizierungsziel des
»Unterfangens Weltpuzzle« bedeutet unter den obigen Maximalforderungen:
·
Die
abbildungsseits vollständige Abdeckung
der Vereinigungsmenge all dieser Wissbarkeiten
·
Der
freie kognitive Zugang zu jedwedem ‚Weltausschnitt‘
– und dies aus ein und demselben Schema
heraus, unabhängig vom konkret eingeschlagenen Suchansatz und Navigationspfad und
den vor Ort anzutreffenden konkreten Wissbarkeiten und Sachverhalten
·
Die
Abwesenheit jeglicher Art von Verzerrung
bei der Darstellung der Beziehungen zwischen all diesen Wissbarkeiten.
Diesen Idealzustand haben wir bei
Weitem noch nicht erreicht, weder beim Wissen über die Sichtbarkeiten der WELT,
noch über die uns ebenso vertraute ‚Materielle Welt’, noch in demjenigen Teilbereich,
den wir als den »Kognitiven Prozess« bezeichnen. Und schon gar nicht über die
WELT gleich als dem Großen Ganzem, was sie ja ist. Statt nur über ‚isolierte
Weltausschnitte’.
Das bis zu einem bestimmten
Zeitpunkt – etwa dem Jahre -1000 oder +2000 – von der Menschheit aus dem
»Original WELT« heraus bereits erworbene Wissen könnte man in all seinen
Einzelbeiträgen jeweils „in einen gemeinsamen Topf“ werfen – also es ebenfalls
als Vereinigungsmenge betrachten.
„Menschliches Wissen“ ist jedoch immer nur eine – kärgliche – Teilmenge der in Schicht
1 tatsächlich vorhandenen Wissbarkeiten. Selbst die beste Enzyklopädie ist nichts
als ein mageres – alphabetisch-wirres – Abbild der WELT. Die einzelnen im Lauf
der Kulturgeschichte erreichten Zwischenzustände an „Stand der Kenntnis und
Erkenntnis“ sind mit dem nächst-kleineren Rahmen der Abbildung 12
gemeint.
Weil aber jede Einzeldisziplin
unter den Wissenschaften in jedem Zeitalter ihren eigenen Grad an Richtigkeit,
Vollständigkeit, Fragen und Restzweifeln hat, habe ich das kegelförmige Symbol,
das dieses Wissen repräsentieren soll,
in Abbildung
11 gleich mehrfach eingezeichnet.
Um anzudeuten, dass es in Wirklichkeit eine ganzes
Feld solcher Zustände gibt – frühere, jetzige und künftige. Und das in allen
Sparten, auf unterschiedlichen Kegelflanken der Puzzlelösung angesiedelt.
Eines dieser Symbole könnte sogar
für den jeweiligen Stand der Evolution
stehen. Die ‚Evolution’ – wie unser ‚Denken’ ein Wissen gewinnender Prozess – hat in der WELT ihre eigenen Portionen
an Wissbarkeit aufgelesen (und diese dabei in Hardware aus Fleisch und Blut
umgegossen bzw. sie in genetischen Code umtransformiert und so Ihr Wissen auf
Dauer gespeichert). Und das alles lange bevor irgendein Mensch auch nur den
ersten flüchtigen Blick auf genau dieselben Wissbarkeiten warf. Eines der
Symbole könnte so für das Auge
stehen, ein anderes für das biologische Immunsystem,
das ‚Viren’ ja bereits „verstand“, lange bevor der Mensch diese überhaupt als
Objekte erstmals bemerkte und – noch später – als ihm dieselben Phänomene in
der aufkommenden Computertechnologie wiederbegegneten. In beiden Fällen,
Evolution und menschlichem Denkvermögen, ist das Konzept vom „zunehmenden
Stand“ des – vom »Original WELT« her
erst einmal „abzukupfernden“ – Wissens demnach gleichermaßen legitim.
Von all dem Wissen seiner Zeit
bekommt der Einzelne immer nur einen geringen Ausschnitt mit – selbst bei
bestem Bemühen um universelle Bildung. Sein persönliches Weltbild, wie es sich
durch eigene Wahrnehmung, Unterricht, Spezialisierung, praktische Erfahrung in
Versuch und Irrtum und durch allerlei Zuhören und Vergessen entwickelt, wird – notwendigerweise
– noch weniger mit dem »Original WELT« übereinstimmen als das zu diesem Zeitpunkt
‚Beste an kollektivem Wissen’. Der Anteil an ungesicherten Hypothesen liegt
dort noch höher, als sie sowieso schon ist.
Abbildung 11
mit den Unterkegelsymbolen auf Schicht 3 will die Mannigfaltigkeit der
Lebewesen darstellen, die – weitgehend unabhängig voneinander – denken, dachten
oder jemals denken werden. Die Symbole stehen aber auch für all die anderen
Formen, in denen der Kognitive Prozess sonst noch ablaufen kann – in
Computerabwicklung etwa, aller Art und Leistungsfähigkeit, in Robotern und
selbst in „Geistern“ und „Aliens“, die
irgendwie mit der WELT zurecht kommen wollen. Das »Original WELT« mit all
seinen Wissbarkeiten ist für Alle dasselbe.
Abbildung 12
dagegen hält sich weiter an das Paradigma der einzelnen kognitiven Zoomfahrt
und an ihren vom jeweils gewählten Startpunkt her routenspezifischen Zoomkanal.
Und das ist pro Individuum und pro dessen wechselndem Denkmoment jeweils ein
ganz anderer. Wie im ‚ZehnHoch-Szenario’ die unterschiedlichen
Gegenden der sichtbaren Welt (und der Perspektiven auf diese in all ihren Auflösungsgraden)
lassen sich hier mit dem Zoomkanal die einzelnen Vorkommen und Ausprägungsformen
des »Kognitiven Prozesses« „abklappern“.[43]
{N. B.: Die fetten Punkte aus der Abbildung 11
erscheinen in der Abbildung 12
als Überschriften des jeweiligen
Schachtelungsrahmens.}
Themen im eigenen Kopf sind eine
unstete Sache. Der momentane Gegenstand einer Plauderei mag als Sachthema zwar
langlebig, sogar universell sein, doch wechseln im Denkleben die Interessen und
Streitfragen meist in kurzen Abständen, oft sogar sekündlich. Und damit
natürlich auch die gedanklich angesteuerten Weltausschnitte, die gewählten Perspektiven
und die gerade eingestellten Auflösungsgrade – mitsamt dem spezifischem
Aussehen der jeweiligen Inhalte in dem uns selbst angeborenen »Kognitiven Guckloch«.
In normaler Aufmerksamkeit ebenso
wie im Traum, im Hörsaal ebenso wie während einer Projektsitzung, im Theater,
beim Rundgang durch eine Kunstgalerie oder im Konzert, vor den Hausaufgaben
ebenso wie bei der Korrektur irgendeiner Planungspanne oder eines
Programmfehlers, beim Zappen am Fernseher und dort beim Miterleben der
Bildschnitte eines ganz bestimmten Kanals, aber auch wenn zu einem Wortspiel
gerade der Groschen fällt, – in jedem Moment konzentriert sich das Bewusstsein
auf diejenigen Weltausschnitte, die (vielleicht) zu dieser Situation und den
‚Behauptungen’ in ihr passen. Das sind Weltausschnitte, die nur in solchen
Momenten – genau so – ins Scheinwerferlicht unserer Aufmerksamkeit geraten,
ähnlich wie auf der Theaterbühne der Lichtkegel des ‚Verfolger-Scheinwerfers’ immer
nur einzelne Bereiche des Ganzen ausleuchtet und den – ebenfalls und genau so
gut existierenden – Rest der Dinge momentan im Dunkeln belässt. Und zwar egal,
wer dabei gerade den oder die Scheinwerfer steuert: Man selbst in Eigenregie,
irgendein Redner am Pult, ein Gesprächspartner oder Gegner im Konflikt, ein
gerade eingeschaltetes Fernseh-Programm, ein bestimmtes Weltbild, eine
vertraute Methodik, das eigene Unterbewusstsein oder gar „bewusstseinserweiternde“
Drogen.
Bevor irgendein ‚Thema’, ein
konkreter ‚Zusammenhang’ oder ein bestimmtes ‚Detail’ derart in den Vordergrund
geraten kann und Behauptungen dazu überhaupt verstanden werden können, muss
sein Weltausschnitt – notwendigerweise – im Gemischtwarenladen des Gehirns erst
einmal vorkommen und dort schon einiges an dazu Wissbarem – irgendwie – untergebracht
und wiederauffindbar sein. Im Kindesalter und Lernleben hat jedes spezielle
Wissensgebiet (Geographie, Kinematik, Paradigmenlehre, Mathematik, Stereotypen,
menschliche Klischees, ...) vielleicht Stunden, Tage, Monate, manchmal gar
Jahre des Studiums oder mehr oder weniger spielerisch „zoomender und
schwenkender Systemanalyse“ erfordert, bevor das Wissensgebiet für eine
erfolgreiche kognitive Navigation vertraut genug ist. Bevor es – oft erst viel
später – relativ sicher genutzt werden kann, in Situationen, wo genau diese
Wissbarkeiten einmal kurzfristig benötigt werden.
Die Bühne der WELT in all ihren
Dimensionen und Perspektiven kann entsprechend in unzählbare Abschnitte und
Teilansichten aufgeteilt werden, d. h. in einzelne Abteilungen oder
Planquadrate (“domains”) und Diskursräume („universes of discourse“), die sich
gegenseitig mehr oder weniger überlappen, von denen aber jedes Ding für sich
auch getrennt ausgeleuchtet und durchzoomt werden kann. Die Streubreite der
Themen und Ansichten, die einem auf wissenschaftlichen oder sonstigen
Konferenzen begegnet, ist ein – originalseitiger – Beleg für diese
Mannigfaltigkeit der Dinge.
– [\Die vier separaten ‚Richtigkeitsinstanzen‘ der Abbildtheorie; \...]
Dass
sich dasjenige, was zu einer bestimmten Disziplin an Wissbarkeiten überhaupt
vorfindbar ist, und das, was man von dort aus über die WELT alles behaupten
kann, in höchst unterschiedlichen Diskursräumen und oft gegensätzlichen
Klassifikationsschemata ordnen lässt – oft sogar unter Außer-Acht-Lassung des
großräumig durchzoombaren Zusammenhangs im Ganzen –, ist eine zwangsläufige
Folge des Überflusses an Perspektiven und Freiheitsgraden für die Darstellung.
(Abbildung
14)

Abbildung 14: Eine
„Ordnung der Dinge“ wird erst abbildungsseits gemacht bzw. ausgewählt
Kaum jemals wird ein Thema, das
derart ins Blickfeld gerät, danach erschöpfend abgehandelt. In der Hitze einer
Debatte gleich das gesamt breitbandige Sach- und Kontextwissen zu allen
relevanten Fakten loszuwerden – im Umfang ähnlich den Ergebnissen zu einer
Anfrage an eine allumfassende Datenbank
– ist weder machbar noch im Moment erwünscht. Mit einigen wenigen blitzartigen
Andeutungen muss man da normalerweise auskommen – jede der Anleuchtungen möglichst
schon „auf den Punkt gebracht“. So geraten ständig neue Denkposten – aus
unterschiedlichen Wissensbereichen, Perspektiven und Auflösungsgraden – ins ‚Guckloch‘
hinein und verschwinden dort nach kurzer Dauer wieder, ohne dass dabei das
Problem oder Streitobjekt jemals – so wie es in Schicht 4 idealisiert wird – nach
innen zu und samt seiner vollen sachlichen Umgebung ausgeleuchtet würde. Sobald
sie miteinander verbunden werden, bilden
solch punktuelle Anleuchtungen in ihrem Nacheinander eine Art »Linie im
Diskursraum«. Die Abfolge der Argumente, der Plot einer bestimmten Geschichte,
das Drehbuch zu einer Aktivität, Vorschriften für das richtige Vorgehen bei der
Lösung eines bestimmten Aufgabentyps ...
sie alle winden sich – wie ein Roter Faden – von einer Stelle im »Kognitiven
Raum« zur nächsten. Dabei schreiten sie mal in Trippelschritten fort oder
treten gar auf der Stelle, mal veranstalten sie riesige Sprünge, akrobatisch
zwischen den Schichten der Abstraktion hin und her turnend. Selbst dort, wo das
Denken wenig geplant abläuft sondern sich spontan aufgrund zufälliger Gelegenheiten
weiterstrickt oder wenn es über irgendwelche eigenen oder fremden Schwächen und
Fehler hinweggesteuert wird, hinterlässt es im Raum immer so eine Linie: ein
„Ariadnefaden“, eine nachträglich analysierbare „Denkspur im Sand“.
Ähnlich punktuell und
unvollständig verläuft das Umschauen schon beim klassischen Wandern und Reisen
– mit oder ohne Siebenmeilenstiefel. In der durchschrittenen Landschaft muss es
ja nicht immer gleich – bergsteigend oder herumzoomend – ständig nach oben und nach
unten gehen wie in Abbildung
4. Mal wird hierhin gelaufen, mal unterwegs dorthin abgezweigt, mal
brav auf gebahnten Wegen bleibend, mal mutig querfeldein, manchmal im Kreise
herum oder auf irgendwelchen Irrwegen nach seinem „Ziel“ suchend. Mal wird bei
bestimmten Attraktionen oder Symbolen angehalten, mal gönnt man sich selbst
oder den Begleitern woanders ein Päuschen, schaut im Gehen oder von besonderen
Aussichtspunkten aus irgendwohin in der Gegend herum, mal in die Nähe,
vielleicht direkt auf den eigenen Fuß mit seinen Blasen, mal in die weiteste
Ferne ein und derselben „Wissenslandschaft“. Wenn nicht gar –nachts etwa – bis
in die Tiefen des Alls. Und man lässt dabei dennoch das meiste der tatsächlich
vorhandenen Sichtbarkeiten bzw. der lokalen und globalen Wissbarkeiten aus.
Die Abbildung 15
soll eine derartige Denklinie visualisieren. Die in dem Beispiel angedeutete Sequenz
(wie immer aus einer im Nachhinein „weisen“ und damit sicheren Entfernung
heraus betrachtet) beschreibt mehrere Monate an Überlegungen im Zuge eines
gewaltigen Planungs- und Forschungsprojekts. Die Zeichnung zeigt, extrem
vereinfacht, einen Typ des Vorgehens, der unter Systemanalytikern
„Top-down-Ansatz“ genannt wird. Entsprechend durchläuft der Ariadnefaden hier
Meilensteine und Wahrzeichen auf Schichten mit schrittweise zunehmender Konkretheit wie etwa: „Art des zu erfüllenden Auftrags“;
„fachgebietsspezifische Prinzipien“; „Kontext der späteren Operation als
Ergebnis“; „Durchführung von unterwegs anfallenden Arbeitspaketen und
Detailentwicklungen“; „die dazu erforderlichen Einzelschritte, gemessen in
Manntagen, -stunden oder -sekunden“– mit einem gewissen Maß an iterativer, auch
irrtümlicher Umkreisung der insgesamt gesuchten Lösung oder eines ihrer
besonders „haarigen“ Teilprobleme. Andere, möglicherweise billigere Wege oder
eleganter zum Ziel führende Ansätze wären – „ebenfalls reisend“ – möglich.[44] [45]

Abbildung
15: Im ‚Kognitiven Raum‘ ist reichlich
Platz vorhanden,
um darin Herumzureisen und Herumzuspringen
Offensichtlich erstreckt sich bei jedem menschlichen Wesen der Bewusstseinstrom mehr in die Länge als in die Breite. Dem Geschehen des “Theaters im Kopf” ließe sich in jedem Augenblick auch nachspüren – beliebig weit in seine Details hineinzoomend. Was auf dessen Bühne passiert, ließe sich damit – zumindest theoretisch – „als Ganzes auf Band aufzeichnen“. Insgesamt entstünde dabei für jedes menschliche Wesen eine Art von lebenslangem Filmstreifen, den es selbst von seiner Geburt bis zu seinem Tode mit Inhalten „beschreibt und weiterstrickt“ – ohne auch nur die geringste Unterbrechung. Jede Passage auf diesem Film würde, egal welche man herausschneidet, die Denklinie zu genau demjenigen Augenblick widerspiegeln, den der betreffende Mensch zum Zeitpunkt der Aufnahme szenen- und sequenzmäßig durchlebt hat. Jedes Stückchen daraus wäre anders als alle anderen, denn auch beim Stricken am kognitiven Lebensfilm „steigt man nicht zweimal in denselben Fluss“. Mal nur wahrnehmend, fürchtend oder genießend, mal hochkonzentriert oder brütend, mal allein auf sich gestellt, mal in Teamarbeit oder in irgendein Palaver verstrickt, mal am Lenkrad oder irgendeinem anderen Steuerpult sitzend, mal hellwach, mal wirr träumend. Selbst der Tiefschlaf, sogar ein Koma wären, Sekunde für Sekunde, noch auf diesem Filmstreifen drauf – diesmal als Serie (fast) unbelichtet gebliebener Einzelbilder. (Abbildung 16)

Abbildung 16: Denken passiert in höchst
unterschiedlichen momentanen Szenarien
So
ein Film wäre – seinem Charakter nach einem Logbuch ähnlich – ein objektives
Dokument des tatsächlichen Geschehens. Beispielsweise wäre all dasjenige, was
jemand zwar grundsätzlich weiß, was ihm im kritischen Augenblick aber partout
nicht einfallen wollte, in der Sequenz zum entsprechenden Moment gar nicht erst mit enthalten.
Anhand dieser Art von
Aufzeichnung wäre leicht den Unterschieden nachzuspüren, ob eine Szene direkt
erlebt wird oder ob dabei nur eine – als Erinnerung schon andersartige – eigene
Aufzeichnung abgespult wird: Als Szenengeschehen bereits viel früher passiert
und originalseits meist ganz woanders aufgenommen, „im Bild“ jedoch jederzeit
und überall weitere Male präsentierbar, wobei jeder Moment eines solchen nachträglichen Anschauens oder Erinnerns samt allen dann anfallenden eigenen
Kommentaren, Ergänzungen, Korrekturen ebenfalls aufgezeichnet würde. Das aber
passiert zeitlich ganz woanders im eigenen Lebensfilm – oder in demjenigen der fremden
Zuschauer.[46]
Die Einzelbilder dieses Films in
ihrem lokalen Nacheinander spiegeln exakt den momentanen Navigationskurs innerhalb
des »Raums der Wissbarkeiten« wieder. Der Kognitive Prozess wird damit durchzoombar – bis hinunter zur lupenmäßigen
Auflösung seines Geschehens. Das Konzept der Aufzeichnung des
Bewusstseinsstroms auf Film jedoch ist – wiederum – „universell“. Es kann auf
jedwede kognitive Situation angesetzt werden, egal wie ausgefallen oder alltäglich
diese auch sein mag, egal wie global oder einseitig in Thema oder Sichtweise,
egal wie „korrekt“ oder „abnorm“ sie vom betreffenden Individuum gerade
gehandhabt wird.[47] Vom entsprechenden Szenario für „Geister“,
„Aliens“ und „Götter“ als ebenfalls Denkende, Planende und Handelnde gar nicht
erst zu reden.
Mit Friedrich Dürrenmatts „Die
Physiker“ gilt: „Was
einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.“
Anhand des Konzepts der Denklinie
lässt sich der »Kognitive Prozess« demnach in einer nächstfeineren Auflösungsstufe
betrachten, in einer Art von Lupenbild des vollen lokalen Geschehens. Sein
Grundansatz ist anwendbar auf jedwede Denksituation dieser Welt, egal wie
biologisch oder technisch sie auch abgewickelt werden mag, egal wie „normal“,
„extrem“ oder "defekt" im Umgang mit ihr.
Als Überschlagsrechnung: Die
Menge an derartigen Gedankenmomenten, die jemals ein Mensch erlebt und erzeugt
hat (und die dabei zur Entstehung der Schicht 2
beitrug), mag zwar riesig sein, trotzdem bleibt deren Gesamtzahl endlich. Seit dem Auftauchen der Spezies
Mensch mögen ungefähr 10 Milliarden Individuen gelebt – und gedacht – haben.
Deren mittlere Lebenszeit großzügig auf 70 Jahre angesetzt, ergibt das
insgesamt 2 x 1019 Denksekunden. Diesen gesammelten Inhalt
an “Sekunden kognitiven Films” kann man sich – wo wir schon einmal bei der
Erweiterung unseres Diskursraums sind – auch in einem einzigen gemeinsamen
Archiv vereint vorstellen: Dem »Kognitiven
Archiv der Menschheit«. Stündlich kämen 2 x 1013 neue
Einträge zu dieser Dokumentation hinzu – einschließlich der ebenso grob
gerechnet 100 Stück pro Minute von Ihnen, dem Leser.
Als Arbeitskonzept mag das,
selbst wenn es auf die WELT im Original hinunter schaut, auf den ersten Blick
seltsam scheinen, doch von Trivialität ist es weit entfernt. Und das in mehr
als einer Hinsicht:
Über das Material in diesem
Archiv hinaus gäbe es nichts Weiteres;
es gibt in der WELT keine Gedanken jenseits dessen, was dort schon dokumentiert
ist. Wiederum wäre per bloß abbildungsseitiger Abstraktion ein einziges
Wissensobjekt und „Tortenstück“ für die weitere Analyse und Unifizierungsbemühungen
gewonnen. Die „Denkeindrücke“, die auf der Welt jemals ein Menschen hatte (oder
irgendein sonstiger „Kognitiver Apparat“), wären damit als Menge komplett.
Obwohl diese Eindrücke nicht das Original
der Dinge darstellen sondern nur klägliche Spiegelungen sind. Oder gar eigene Erfindung
des Moments!
Nichts, aber auch gar nichts vom
einmal Gedachten könnte diesem Archiv jemals entgehen – oder nachträglich
daraus verschwinden. Egal für welche Art von Forschung oder Anwendung (nicht
nur zum Thema »Kognitiver Prozess«!) hätten wir damit schon das Maximum des aus der Vergangenheit her überhaupt
verfügbaren Materials beisammen. Für ein Rückspulen geeignet, alles unter einem
gemeinsamen Hut versammelt, hinreichend
ins Detail aufgelöst – und dennoch endlich
als Menge!
Jedes Individuum der
Weltgeschichte, egal ob kognitiv Schlucker und Kraucher, egal ob Laie oder
Künstler, egal aus welchem Kulturkreis stammend und welchem Weltbild verbunden,
wäre in diesem Archiv und in dieser „Chronologie des menschlichen Denkens“
gleichermaßen vertreten. Doch jeder nur ein einziges
Mal. Selbst die vielseitigste Koryphäe, das größte Universalgenie würde, trotz vielleicht
immenser „Verdienste um die Kultur“, in diesem Index unter keinem zweiten
Filmeintrag vorkommen (Pseudonyme hin oder her). Erfundene Wesen dagegen, egal was und wie viel an Behauptungen über diese jemals kolportiert
wird und wie viel an beeindruckenden Aussprüchen ihnen unterstellt wird und wie
oft das dann später kopiert oder zitiert wird, fehlen in diesem Archiv gänzlich.
Charaktere wie Hamlet und
Spitzendenker wie Mephisto oder Dr. Faustus sucht man dort vergeblich – zumindest
nicht mit eigenem Filmstreifen. Sie
alle erscheinen nur indirekt – als bloße Produkte aus entsprechenden Passagen
der Lebensfilme ihrer jeweiligen Autoren. Und später dann, vieltausendfach vielleicht,
irgendwo in den Streifen individueller Theaterbesucher oder Leser oder all der
Kritiker und Nachahmer, die gerade über ihren Rezensionen bzw. abänderbaren
Behauptungen brüten.[48]; [49]
Zoomt man zur nächsten Schicht
hinunter, begegnet man charakteristischen Zeiten, die noch einmal deutlich
kürzer sind als bereits beim Denkliniengeschehen.
Ein Kinofilm etwa würde in dieser
Auflösung schon als die Kette separater Augenblicksbilder erscheinen. Als etwas
also, was er tatsächlich ja auch ist.
Der lebenslange Fluss des Bewusstseins lässt sich – in der Vorstellung von außen zumindest – auf ähnlich künstliche
Weise zerhacken. Auch im Bewusstsein gibt es so etwas wie den „Augenblick“, mit
separierten Einzelmomenten. Am Geschehen auf der Weltbühne selbst und bei den
Umständen, die – originalseits – das
Entstehen der einzelnen Bildpassagen bestimmen, ändert das nicht das Geringste.[50]
Filmmaterial,
egal ob visuell oder kognitiv, das auf diese Weise aufgezeichnet ist, bietet
der Systemanalyse den Vorteil, dass sich das Geschehen zusätzlich durch den
„Vergleich von Standbildern“ analysieren lässt. Hunderttausende von
Einzelbildern etwa zum tatsächlichen Streifen in Abbildung 15.
Insbesondere könnte man, lange
nachdem alles vorbei ist, in aller Ruhe analysieren, wie die einzelnen
Eindrücke tatsächlich entstanden sind und wie und warum im Einzelnen sie gerade
so aufeinander folgten. Mit vernachlässigbarem Verlust an Information ließe sich
auf diese Weise analysieren, wie der ansonsten so unfassbare »Kognitive
Prozess« konkret vor sich geht, und warum in seinen feinsten Details jeweils gerade
so.
An der vordersten Front, dort wo
die Denklinie im bon selbst fortschreitenden „Jetzt“ als Serie von Zeitscheiben
weitergestrickt wird, entscheidet sich in jedem Augenblick, wie die Route der betreffenden Linie
weiterverlaufen wird, wohin im
»Kognitiven Raum« es bei ihr als Nächstes gehen wird. An dieser Front herrscht
ein ständiger Kampf zwischen den Einflussfaktoren um die Kontrolle – ein riesiges
Gezerre im „kognitiven Guckloch“ um das Zentrum der Aufmerksamkeit.[51]
Abbildung 17
stellt einen Schnitt quer zu so einer (egal ob menschlichen oder technisch
erzeugten) Denklinie dar, und zwar genau in ihrem Frontabschnitt, an derjenigen
Stelle also, an der „das Denken“ tatsächlich
passiert.

Abbildung 17: Das ‚Nadelöhr des Denkens‘
Vom gigantischen Strom des
Bewusstseins, der sich – ständig und irgendwie – durch die einzelnen Szenen des
‚Kognitiven Raums‘ hindurchschlängelt, habe ich als Standbilder jedoch nur die
letzten drei Eindrücke eingezeichnet, so wie diese dem aktuellen Moment vorausgegangen
sind.[52]
Wie bei einem Film in extremer
Zeitlupe stellt sich die Frage: Was wird als Nächstes ins Bild hinein geraten?
Werden die Dinge, die die Mattscheibe des ‚Kognitiven Gucklochs‘ im immer
weiter fortschreitenden Jetzt zeigen wird, genauso ausschauen wie die
bisherigen – aufgefrischt nur oder durch irgendeinen eigenen Impuls langsam woandershin
geführt, wie bei ruhiger Kamerafahrt oder einem „Verfolgerschwenk“? Oder bekommt
– aus heiterem Himmel – irgendein ganz anderer Weltausschnitt plötzlich die Oberherrschaft?
In komplettem Szenenwechsel, wie nach einem „Bildschnitt“. Und warum ist gerade
dieser ‚Weltausschnitt‘ dann so (ein)dringlich – und das in gerade diesem
Auflösungsgrad – und nicht irgendein anderer aus dem riesigen Vorrat? [53]
Zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte
und bei ausnahmslos jedem Individuums müssen die Denkfäden durch dieses
»Nadelöhr der Kognition« hindurch. Dieser biologisch-technische Flaschenhals
gilt bei entspanntem Träumen ebenso wie in Momenten äußerster Konzentration.[54]. Kein Mensch ist dazu in der
Lage, auch nur für die Dauer eines einzigen Augenblicks sein gesamtes Wissen gleichzeitig zu aktivieren. Niemals kann
er sich seine Erinnerungen, sein angelerntes Fachwissen und seine persönlichen
Erfahrungen „alle auf einmal“ zu
Bewusstsein bringen, nie dort all deren unterschiedliche Aspekte und
Auflösungsschalen simultan parat
halten oder gar studieren. Wie beim Computer, kommt das Geschehen an der Front
des Denkens auch beim Menschen nicht ohne ein hohes Maß an sequentieller Zergliederung aus. [55]
Perspektivwechsel in kurzen
Abständen sind – hier wie dort – in der menschlichen Form des »Kognitiven
Prozesses« eine zwingendes Merkmal. (Nicht jedoch bei der Evolution als
ebenfalls Wissen gewinnendem, dafür aber nicht zu so etwas wie ‚eigenem
Nachdenken’ und ‚zielorientierter Leistung’ befähigten Prozess).
Trotz gewisser Leistungen in
Parallelverarbeitung, hängt die Qualität des Wahrnehmens, Denkens und
Problemlösens – bei Mensch und Computer gleichermaßen – hauptsächlich von dessen
Fähigkeit ab, die unterwegs angetroffenen Komplexitäten als solche zu „knacken“
und sie in für das eigene Guckloch handhabbare Einzelportionen zu zerlegen. Erst
diese lassen sich dort nacheinander
abarbeiten.[56]
Jede Denklinie will erst einmal produziert werden. Als fortlaufender
Output – wie in einer Art “Strickliesel” – zurecht gehäkelt. (Foto).
In irgendeiner konkreten Technik muss der »Kognitive Prozess« ja ausgeführt werden. Um diesen höchst
praktischen Aspekt geht es auf der siebten Auflösungsebene.
Die anderen Schichten waren dafür einfach noch zu früh. Denn was sich auf diesen
erkennen und sagen ließ, war noch immer unabhängig von der tatsächlichen Art
des Apparats zu seiner Realisierung:
Gehirn, Computer und was auch immer.
Beim Herunterzoomen zu noch
kürzeren Zeitintervallen fällt – speziell beim
Menschen – ein besonderer Zyklus von um die 30 Hz ins Auge. Ausnahmslos allem, das
sich in unserem Bewusstsein abspielt, entspricht ein nervenphysiologisches und
hormonelles Geschehen, das weit unterhalb der Bewusstseinsebene – aber parallel
zu ihr – abläuft. Dabei trennt, so hat man festgestellt, beim Wahrnehmen bzw.
gezielten Denken eine Grenze von ca. 30 msec die einzelnen Systemzustände
voneinander. In den in der WELT dennoch vorhandenen Zwischenzeiten passiert – soweit
nur Kognitives betrachtet wird – in dem Denkapparat rein gar nichts: Für das
Denken selbst ist die Zwischenzeit zwischen zwei Standbildern "zeit-tote
Zone". All das, was im Gehirn in noch kürzeren Zeitabständen dennoch passiert
(und da passiert physiologisch ja ziemlich viel), dient einzig und allein der
Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit, also der
Empfangsbereitschaft unseres kognitiven Apparats für den nächsten „Zyklus“. Die spezifischen Wissbarkeiten dazu reichen in
noch höhere Zeitauflösungen hinein und betreffen am Ende sogar die eingangs
aufgespannte ‚Materielle Welt’ mit ihrer Auflösungs-Ebene der Moleküle, Atome
und Elektronen.
Allem, aber auch allem, was ein
Computer nach außen hin für uns leistet, entspricht ebenfalls eine ganz
bestimmte Konstellation an Schaltvorgängen in seinem Inneren auf der die
Details des Geschehens maximal auflösenden Ebene – dort geschieht dies jedoch
im Tempo der Mega- oder Giga-Hertz-Zyklen des dort eingebauten Prozessors.
Die Schicht 7 befasst sich mit
all den Transaktionen, ohne die eine Gedankenfront gar nicht erst entstehen
könnte und nicht in Bewegung zu halten wäre – etwas, was bei Steinen, Sternen
und toter Technik tatsächlich der Fall ist. Innerhalb der Feinstruktur genau
dieser Auflösungsebene spielen die einzelnen Optionen für die Erzeugung,
Verknüpfung, Verarbeitung und Störung der momentanen Eindrücke; in sie ordnen
sich als getrennte Wissbarkeiten all die Details der insgesamt daran beteiligten
Phänomene ein. Sie beschreibt die Einzelheiten jedweder Hard- und Software, die
apparativ nötig ist, um so etwas wie den »Kognitiven Prozess« überhaupt zu
ermöglichen: etwa das Gehirn in all seinen Zellen, Vernetzungen und
Erregungszuständen, die Grundalgorithmen im Ablauf als Geschehen – und das
nicht nur heute in all seinen Varianten sondern auch bei allen evolutionshistorischen
Vorläuferstufen dazu; entsprechend aber auch in allen Arten von »Prothesen des
Denkens«, die wir uns – über den bereits vorhandenen Bestand hinaus – jemals
werden bauen oder uns anschaffen können.
Sobald sie mit allem vorhandenen
Wissen gefüllt und in Übereinstimmung mit der gemeinsamen Abstraktionskegelstruktur
mit den restlichen Wissbarkeiten dazu ergänzt ist, kann sich das Studium dieser
Schicht auch mit den Zuständigkeiten der einzelnen Gehirnlappen befassen, mit
den Problemen der Arbeitsteilung zwischen diesen, den Ersetzbarkeiten
ausfallender Bereiche durch andere oder mit konkreten Krankheiten des Geistes.
Auch die (restlichen) Optionen und Fragen zu Computerarchitektur, Zeit- und
Ressourcen-Management und jede Art von neuartigen Speichermedien, die jemals zusätzlich
ins Spiel geraten werden, gehören mit dazu.
Irgendwann, wenn man mit diesem
Herunterzoomen nur weit genug fortfährt, muss auch die mikroskopische Ansicht
ins Blickfeld geraten. Die Kalium-Natrium-Pumpe der Zellen etwa, oder die Rolle
bestimmter Proteine im Leben. Hier ist es nach kognitiv unten bzw. nach innen
zu jedoch nicht die Biochemie an sich, das Silizium oder die Elektrizität, die
gerade interessieren. Das wären bloß Wiederholungen der vorhergehenden
Zoomfahrten zu den Molekülen und Atomen.
Stattdessen möchte ich in meiner
Zoomfahrt in diejenige Richtung abzweigen,
die zur Menge an Basisbefehlen für den Apparat und zur Menge an Signalformen
führt, so wie diese an diesem Prozess beteiligt sind oder zumindest möglich
wären. Wir geraten damit mitten in die Konzepte, Optionen und Streitfragen der
Wissensgebiete „Mustererkennung“, „Kybernetik“ und „Informatik“ – hinein in all
ihrer Fülle bis hin zu deren jeweils maximaler Auflösung.
Abbildung 12
zielte – in Übereinstimmung mit dem Konzept des Zoomkanals – zwiebelschalenmäßig auf ein ganz bestimmtes
Bit (dasjenige vielleicht, nach dem wir tagelang gesucht hatten, bevor das
Programm – “zur Rettung der Welt auf
Schicht 1“ – endlich fehlerfrei lief).
Abbildung 11
dagegen sollte das Wissensobjekt und fragliche „Tortenstück“ als Ganzes darstellen, diesmal also den
»Kognitiven Prozess« in all seiner Höhe und Breite auflösen, bis hinunter zu
Bitmustern und ähnlichem. Für Analog-Computer und ganzheitlich oder
holographisch arbeitende Systeme wäre hier stattdessen an Fourier-Transformationen,
Erregungsmuster, Mutationen und dergl. zu denken.[57]
Wenn man sich getrennte Abbilder
dessen, was in der WELT (seit kaum Millionen von Jahren erst) als »Kognitiver
Prozess« vor sich geht und was dabei so alles mitspielt, für alle acht
Auflösungsschalen explizit erzeugt und diese Bilder dann genauso übereinander
stapelt, wie wir es im Paradefall der Satellitenfotos mit den „Landkarten“
taten, entsteht als Resultat wiederum
etwas eindeutig Kegelförmiges
– und zwar in methodisch demselben Diskursraum
wie dort.
Beide Mal haben wir ein
bestimmtes momentanes „Objekt des Interesses“, das in den unterschiedlichsten
Auflösungsgraden und Wissensszenen betrachtet werden kann, vor uns. In der Seitenansicht erhalten wir oberhalb der originalseits vorhandenen Wissbarkeiten
immer wieder das gleiche in sich stimmige selbstähnliche Gebilde. Jeder
beliebige eindeutig genug abgegrenzte Weltausschnitt kommt so abbildungsseits
zu einem eindeutigen Pendant im »Kognitiven Raum«.
Jeder beliebige Weltausschnitt
lässt sich in beide Richtungen zoomen: nach kognitiv oben ebenso wie nach
kognitiv unten. Daneben lässt sich von dem Weltausschnitt aus, der momentan
gerade im Visier ist, aber auch zu beliebigen ganz anderen Ausschnitten und deren spezifischen Wissensszenen überwechseln
– über ein bloßes Schwenken der Kamera im
Raum. Also wiederum einer Operation mit unserem „Guckloch in den Kognitiven
Raum“.
Insgesamt steht uns auch hier
dieselbe wirkungsmäßig mächtige, doch zahlenmäßig eng begrenzte Palette an Freiheitsgraden zur
Verfügung wie im Falle der Sichtbarkeiten in Kapitel 3. [58]
Zusammenfassung
zu diesem Teil
Hier gelernt: In systemischer
Grafik dargestellt (Abbildung
18), ergeben sich beide Mal bestimmte lokal eng begrenzte Zoomkanäle. Im einen Paradefall von
einen einzelnen Atom in einer Hand einer bestimmten Person in einer Picknickszene ausgehend nach oben zu bis
zum Universum als Ganzem verlaufend,
hier dagegen in einer einzigen Top-down-Fahrt von der Vereinigungsmenge der Wissbarkeiten der WELT bis hinunter zu einer bestimmten Bitumschaltung bzw. inhaltlichen Aktivierung im Zuge irgendeines
Denkmoments.
Daneben lief die Darstellung
beide Mal mit Blick auf ein einziges bei
der gesamten Herumzoomerei durchgehend festgehaltenes Ganzes hinaus. Und auf dessen notwendigerweise unterschiedliches Aussehen auf den einzelnen Auflösungsschichten
sowie beim Wechsel der Blickwinkel. Im Paradefall der Sichtbarkeiten war dieses
„Ganze“ der Weltausschnitt »Planet Erde« (bzw. „Das Universum“), hier dagegen
ist es der Weltausschnitt »Kognitiver Prozess« – ein ähnlich großes
Sammelsurium an diesmal völlig anders gearteten Wissbarkeiten. Ein
Wissensobjekt, das offensichtlich in einem eigenen, ganz und gar nicht mehr
klassisch dreidimensionalen Diskursraum drinsteckt.

Abbildung 18: Der Rote Faden dieses
Essays – parabelartig in der ‚Seitenansicht‘
Doch selbst diese so konträren
Räume sollten sich, zusammen mit den Räumen für die restlichen, hier gar nicht
erst angesprochenen ‚Tortenstücke’, zu
einem einzigen gemeinsamen Diskursraum unifizieren lassen. Wiederum mit
Hilfe der (rein im Abbildungsseitigen wirksamen) Zoomoperation und den dabei
automatisch entstehenden ‚Abstraktionskegeln‘.
So zumindest lautet die These des
»Unterfangens Weltpuzzle«.
In beiden Fällen – dem Paradefall der Sichtbarkeiten und seiner
raumgreifenden Erweiterung in Richtung auf
alle Wissbarkeiten – gelangen wir, nach der Transformation der
originalseitigen Dinge ins ‚Abbildungsseitige’, zu derselben Art von
(selbstähnlichem) Diskursraum. In beiden Fällen bekommen wir es mit derselben
Palette an ‚Freiheitsgraden der Bewegung bzw. des Handelns‘ zu tun. Und mit derselben
Art von Phänomenen, Gesetzen und Fallstricken für den Umgang mit den einzelnen
spezifischen Wissbarkeiten und Puzzlesteinen. [59]
Selbst „Rote Fäden als solche“
lassen sich in dem neuen Paradigma noch grafisch darstellen:
Als Denklinien sind sie ja nur die im derart erweiterten Diskursraum – innerhalb
dessen angebotsreichen Wissenslandschaften – eingeschlagenen Routen des betreffenden Gedankengangs.
Dreiteilung der Ergebnisse der
Systemanalyse:
Diese drei Optionen für die ‚Darstellung
der Dinge’ werden uns beim Umgang mit den restlichen „Tortenstücken des Ganzen“
und damit auf dem Wege zur »Lösung des Puzzles WELT« immer wieder begegnen.
– [Grafiken: \Abstraktionskegel
+ Geschachtelte Weltausschnitte; \Abbildung 2
+ \Abbildung 5;
\Abbildung
12 oder Abbildung
12 – Version 2 + \Abbildung 11;
\...]
----------------------------------------
Ende des 2. Satzes dieser „Symphonie“
/ dieses Rondos -----------------------------------------
Reprise: Wie
eigentlich fing dieses Essay im Kapitel 1 an?
»Mich
beschäftigt ein uraltes Rätsel der Menschheit: Die Welt steckt offensichtlich
voller »Gegebenheiten«. Als Denkobjekte sind diese Gegebenheiten ihrer Art nach
höchst unterschiedlich und der Menge und den Zusammenhängen nach extrem
komplex. Dennoch besteht seit Urzeiten der Verdacht, dass „Alles irgendwie mit Allem
zusammenhängt“. Das
führt – als Herausforderung – zu der zulässigen Frage: „Gibt es eine gemeinsame Beschreibungsweise, die am Ende
Alles, was über die WELT überhaupt wissbar ist, unifiziert?“
Wenn
ein solches Paradigma existiert, wie müsste es aussehen? Und auf welche Weise
sollten wir daher unsere – bisher immer noch weitgehend isolierten – Wissensgebiete
am besten reorganisieren?«
**********
Was alles käme – nach dem Kap. 5 bzw. im
Anhang – §wohl§ sonst noch dran?
Überblick über den Rest dieser
(essayhaften) Systemanalyse / dieses Plädoyers:
– Mit
diesem Handicap muss die Suche nach der »Lösung des Unterfangens Weltpuzzle«
nun
einmal leben.
– [\Pusteblumenlogo – erläutert]
– [\Das „Rascher Prototyp“-Wesen + seine
Kompromisse; \...]
Welche
unter all den in der Welt überhaupt verfügbaren bzw. machbaren Abstrakta – diese sind es ja, die für
uns die Welt erst so komplex und unübersichtlich machen – sind für genau diese
restlichen „Tortenstücke“ zuständig? Und an welchen Berührungsflächen ‚verzapfen
sich‘, beim Einpuzzeln, die einzelnen die LÖSUNG insgesamt konstituierenden
Tortenstücke untereinander?“ ...
*********************************************************************************

[1] Ich selbst betreibe Systemanalyse – oder nennen wir es
‚Kognitive Kartografie‘. Keine Philosophie! Als Fachausdrücke übernehme ich
daher, aus gutem Grunde, weder so klassische Schlagwörter wie "Ontologie"
noch Konzepte wie „Streben nach Vollkommenheit“ oder „Teilhabe an <was auch
immer>“, noch ganze Weltbilder wie etwa den „Idealismus“ und dergleichen. Die metaphysische Philosophie
greift mir zu kurz und in ihren Definitionen häufig daneben. Ihre Ergebnisse bleiben
unnötig nebulös. Für maximale Originaltreue und Klarheit der Ergebnisse ist sie
methodisch nicht ‚operational‘ genug. Daher muss ich in dem Unterfangen meine
eigenen – eben systemanalytischen und kartografischen – Wege gehen. ...
– [\»Glossar zum Unterfangen«; \zum ‚Ismenwesen‘; \‚operational sein‘ (oder nicht) – ein abbildungsseitiges
Merkmal; \Fallstrick: „Absolutheitsbehauptung“; \Das „Seiende“; \allerlei Philosophien; \Systemanalyse – als solche; \zur ‚Kartografierbarkeit‘ der »Wissbarkeiten der WELT«;
\zur ‚Nebelwerferei im Kognitiven
Raum‘; \...]
[2] {Die Abbildungen erscheinen im Ausdruck nur grob angedeutet. Am Bildschirm (empfohlen) lassen sie sich
eigens anklicken – zwecks ausreichender
Lesbarkeit im Detail. Diese Anklickbarkeit gilt auch für bereits verlinkte
Text-Dateien.
--- Unter http://www.kognik.de/online/veroeffentlichungen/weltmach/index_der_abbildungen_boxen.doc
gelangen Sie an einen Index, aus dem heraus sich die einzelnen Grafiken im DIN A4-Format ausdrucken lassen. – vgl. auch Fußnote 4}
[3] Die Anordnung der Symbole – im Bild oben
oder unten, rechts oder links – hat hier, im Gegensatz zum Fall den späteren Seitenansichtsgrafiken,
keine sonderliche Bedeutung. Die Abbildung will keine Rangordnung unter den
‚Wissensträgertypen‘ herstellen; die werden hier nur – dies aber gleich zu
Anfang – beieinander versammelt. ...
[4] {Lesehilfe: Die meisten der
Abbildungen zu diesem Essay habe ich – zur Umgehung solchen „Rückblätterns“ – zusätzlich
als „Miniaturen“ zusammengefasst. Eine entsprechende Druckseite findet sich am
Ende dieses Essays.}
[5] Aus Gründen der Operationalität gehe ich bei den Fachbegriffen von vorneherein vom Konzept »Wissbarkeit« aus – statt, wie in Philosophie und Informatik üblich, nur von fertigem ‚Wissen’ oder gar von bloßen ‚Behauptungen’. Eine ‚Wissbarkeit’ als Objekt und Wirkungseinheit ist unabhängig davon, ob irgendjemand sie überhaupt als solche wahrnimmt und als ‚Wissen’ im Kopf behält oder ob sich je jemand für ihr Ergebnis interessiert oder ob es technisch jemals möglich sein wird, alle zugehörigen Einzelheiten überhaupt herauszufinden. Man denke an die Relativitätstheorie, wo originalseits in der Welt alles Geschehen ja schon seit Urzeiten so ablief, wie es tatsächlich abläuft. ‚Wissbar’ war dieser Sachverhalt schon immer. Es bedurfte „nur noch“ eines Albert Einstein, um deren für uns so seltsamen Gesetzmäßigkeiten erstmals zu erkennen – und sie dann „als Wissen pur“ an uns Laien weiter zu reichen. – [\wissbar sein; \allerlei Wissbarkeiten; \...]
[6] Nach der Erfahrung, dass wirklich gute Theorien sich am Ende sogar als “elegant” erweisen, sollte auch hier das Ergebnis womöglich „einfach“, d. h. im Kopf vergleichsweise leicht nachzuvollziehen sein.
[7] Schon die Entschuldigung mit dem
Schlagwort „Weißer Fleck” ist oft pure Untertreibung. Wie könnte man – insbesondere
in der Frühphase einer Erkundung – ein korrektes Bild des fraglichen Ganzen
zeichnen, wenn man überhaupt erst ein paar
‚Teile’ des da zu unifizierenden Körpers zur Ansicht bekommen hat? Egal,
ob das vorhandene Wissen nun rahmenartig, puzzlesteinförmig oder sonstwie abgegrenzt ist oder ob es seinem
Geltungsbereich nach vorerst wolkig bleibt. (Abbildung V)
[8] Hinweis: Die Phänomene, Merkmale, Zusammenhänge und Unterschiede, die ich im Rest dieses Kapitels betonen werde, treten in analoger Form auch beim zweiten Paradefall auf. Und später bei ausnahmslos jedem der »Abstraktionskegel« zu anderen ‚Weltausschnitten‘ und „Tortenstücken des Ganzen“. Und damit generell beim – quasi-mathematischen – Umgang mit dem Wissensträgertyp »Abstraktionskegel« in seinem spezifischen Diskursraum. Nur deswegen steige ich hier zu Anfang noch einmal so tief ein – in etwas, was uns eigentlich „längst vertraut“ ist.
[9] Das hier verbal und bloß in Standbildern vorgetragene Szenario wäre,
um den richtigen Eindruck von den
Zusammenhängen zu gewinnen, zu ersetzen durch die dynamische Version desselben Gedankengangs: Etwa als Vorführung des
Videos "ZehnHoch“ [Morrison,
P. et al.: „ZehnHoch – Dimensionen zwischen Quarks und Galaxien“,
Spektrum der Wissenschaft, Heidelberg, 1987 + mittlerweile auch auf CD
erschienen, als Teil von: „ZehnHoch – interaktiv“, Spektrum Akademischer
Verlag GmbH, Heidelberg, 1999]. Denn Worte allein können nur einen kärglichen Eindruck von diesem Zoomgeschehen
und der Art der selbst über Zehnerpotenzen hinweg beteiligten immer gleichen
Phänomene und Gesetzmäßigkeiten vermitteln.
{als Kompromiss: Ein analog gemachtes Video
unter http://micro.magnet.fsu.edu/primer/java/scienceopticsu/powersof10/index.htm}
{[Jahr 2005:] Jüngst
auf den Markt gekommene Programm-Pakete wie „Google
Earth“ und „WorldWind“ (+ deren künftige Konkurrenten) legen einem
bereits Einiges gemäß den hier gemeinten Idealvorstellungen „an die
Fingerspitzen“. Doch decken sie der Spannweite ihrer ‚Auflösungsgrade‘ nach gerade
einmal 6 der über 40 tatsächlichen Zehnerpotenzen ab!}
– [\zur ‚Kognitiven Infrastruktur der Menschheit‘
– \Grafik
dazu; \...]
[10] All diese Teilbilder sind dabei – schön
voneinander getrennt und untereinander wohl geordnet – in unseren Gitternetzen
zum Globus ‚individuell ansteuerbar‘. Und jedes von ihnen steckt kartenmäßig
randvoll mit ausschließlich seinen
eigenen orts-spezifischen ‚Sichtbarkeiten’ (und all den aus diesen
ableitbaren ‚Wissbarkeiten’).
[11] Würde man alle Wälder der Erde abholzen, um Papier daraus
zu machen, und das Wasser aller Meere zur Tintenherstellung nutzen, selbst das an
Ressourcen würde nicht ausreichen, um damit diese Karten tatsächlich zu zeichnen!
[12] Die einzelnen Rahmen aus der Abbildung
2 könnte man auf die gleiche Weise übereinander stapeln – mit dem äußersten
dieser Rahmen ganz oben. Und dann das Ergebnis wiederum von der Seite her
anschauen. Statt dem Kegel, das komplette Ganze enthaltend, erhielte man dabei
aber nur eine Art von Turm, Kanal oder Windhose, das Abbild einer einzelnen – gucklochbedingt
schlauchartigen – Zoomfahrt. – [vgl. Abbildung
4 – links]. Etwa die der kognitiven Reise aus dem Video „ZehnHoch“.
Methodisch würde man damit jedoch nur eine Darstellungsform mit dem gleichen
Mangel gewinnen, mit dem jedes derartige „Zwiebelschalenmodell“ zurechtkommen
muss. Weil die Abbildung
4, im Gegensatz zur Abbildung 2,
zusätzlich jede beliebige irgend denkbare andere
Startposition auf der Erde mit abdeckt, ist deren Art der Darstellung die
„mächtigere“ von beiden. Der »Abstraktionskegel an sich« ist demnach seinem
Konkurrenten dem klassischen Sphären- oder Zwiebelschalenmodell in
Funktionalität und Operationalität von Natur aus überlegen.
[13] Der
Zoomoperator wirkt primär auf ‚Weltausschnitte‘.
Die innerhalb von diesen mehr oder weniger zufällig enthaltenen „Objekte“,
„Landschaften“, „Systeme“ oder „Geschehen“ werden in seinem Strudel einfach mitgerissen.
[14] Für
die Ausrichtung von Landkarten hat man sich irgendwann darauf geeinigt, dass
die „Nordpfeile“ auf dem Papier allesamt nach oben zeigen sollen. In der Menge der
Seitenansichts-Grafiken zur »Kognik« sind es die „Abstraktionszoomfahrten“, die
ähnlich standardmäßig nach oben
weisen. „Konkretisierungszoomfahrten“ und „Detailaufschlüsselungen„ bewegen
sich immerzu nach (kognitiv) unten zu.
– Doch in der Festlegung ist das ebenso willkürlich, wie es dort der Fall war!
[15] Dabei rutscht einem kein einziges Objekt, das einmal in das Sucherfeld hineingeraten ist – egal ob natürlich oder derart eingetragen –, nachträglich wieder über dessen äußeren Rand hinaus: Diese „Verlustfreiheit bei der Erfassung der Dinge“ wird sich als das für die Lösbarkeit des »Unterfangens Weltpuzzle« entscheidende Phänomen erweisen! ... Dieses Eindringen von außen her und scheinbare Verschwinden nach innen zu passiert im gleichen Maße mit allen künstlich in die Abbildung hinein gezeichneten ‚Gittergerüsten’, ‚Konturen’, ‚Figuren’ ... – egal wie sinnbefrachtet oder bedeutungslos dieses Angebot an ‚Linien’, ‚Selektions-Rahmen’ oder ‚Puzzlesteinkanten‘ auch angelegt sein mag. Und wie bedacht oder willkürlich diese innerhalb des vorhandenen Raumes selbst platziert werden.
[16] Da allein die – komplette – Einhaltung
der ‚Zoomphänomene‘ darüber entscheidet, ob eine Einzelbehauptung oder eine
ganze Beschreibungsweise schon konform
mit der Sollstruktur »Abstraktionskegel« ist – in all den historischen
Vorschlägen für die Lösung des »Unterfangens Weltpuzzle« sind sie es nicht – werde
ich die ‚Zoomphänomene’ an anderer Stelle noch genauer abhandeln müssen. --- N. B.: Für eine möglichst
eindrucksvolle eigene
Wahrnehmung dieser Phänomene sollte man sich eher an die genannte Videofassung
des Zehn-Hoch-Szenarios halten als an dessen bloß verbale
Beschreibung oder irgendwelche Notlösungen per Standbilder. – [\Die ‚Palette der Zoomphänomene‘]
[17] Erstaunlicherweise besitzen wir keine unterscheidenden Worte für das ach
so stark wechselnde Aussehen ein und derselben Dinge: Egal ob zum bloßen Punkt
überzoomt, vom Weltall aus centstück-groß erblickt, im menschlichen Maß
betrachtet oder bis in allerfeinste Details aufgelöst, wir benennen das Ganze
immerzu gleich: als „Die Erde“ etwa. Analog hapert es bei der
Bezeichnungsvielfalt für jeden anderen gerade gemeinten ‚Weltausschnitt‘. – (Abbildung 5)
[18] Zu dem – nicht jedermann vertrauten –
Fachausdruck »Invarianz«:
Meine Essays strotzen, wo es um Behauptungen/ Puzzlesteine/ Wissensschollen/
Teilkegel oder Methoden geht, nur so von Formulierungen wie: „auch jeder
andere“ {...}; „{...} egal, was <...>“; „unabhängig von <...>“;
„x-beliebige <...>“; „keinerlei
<...>“ und dergleichen. Jede derartige Feststellung sagt etwas zum
jeweiligen Geltungsbereich
aus und weist in dem betreffenden Wissensgebiet auf die „Abwesenheit dort
angesprochener Einflüsse/ Variablen“ hin. --- Letztlich ist es die Entdeckung zusätzlicher »Invarianzen«,
die dem Systemanalytiker erst den Hinweis auf die von ihm bislang noch nicht
genutzten Gelegenheiten zu weiterreichender ‚Unifizierung der Dinge‘ liefert.
Im ganz Kleinen ebenso wie – ‚raumgreifend‘ – im Großen Ganzen. – [\„Der Vorschlag in
Güte“; \...]
[19] Welche
„Teilchen“ dabei ganz unten konkret mitspielen, ist zunächst egal. Alles, was
es in der Materiellen Welt tatsächlich gibt, hat, wenn das Puzzle-Ergebnis
richtig und komplett sein soll, abbildungsseits ebenfalls vorzukommen. Antimaterie
etwa also ebenso wie die Materie. Und „Supersymmetrische Teilchen“, „Dunkle
Materie“ und „Dunkle Energie“ werden genau so gut an ihrem jeweils ureigenen
Platz ins Bild passen müssen – sofern diese wirklich existieren. Alles, was es
im »Original WELT« dagegen gar nicht erst gibt und – trotz aller Behauptungen
dazu – keine eigenen Wissbarkeiten
hat (Phlogiston; Homunculus; ...) gehört nicht mit dazu – zumindest nicht hier
an dieser Stelle.
--> Jede sich erst
bildende Galaxie, jeder entstehende und vergehende Stern, jedes gerade geborene
Individuum, obwohl vorher nur als „prinzipielle Möglichkeit“ vorhanden, passt
ebenfalls in dieses Schema.
Um die
Begrenztheit der menschlichen Sinne geht es hier nicht. Nur um Methodisches bei
der Unifizierung. Die uns von der Evolution apparatmäßig mitgegebenen
Wahrnehmungs- und Denkfähigkeiten sind nun einmal nicht das Maß aller Dinge – und
der irgend denkbaren Spezies. Das sind stattdessen die ‚Wissbarkeiten’, so wie
sie originalseits vorhanden sind, und die dortigen prinzipiellen Machbarkeiten
– unabhängig von den physisch begrenzten Möglichkeiten irgendwelcher
biologischer oder technischer Apparate zu ihrer Wahrnehmung.
N. B.:
Antimaterie (Positronen; Antiprotonen; ...) usw. untersuchen die Physiker
sowieso mit genau denselben Gerätschaften
und analysieren und beschreiben sie innerhalb derselben Diskursräume
(„Feldtheorien“) und mit denselben abstrahierenden darstellerischen Tricks wie die
Normalmaterie.
[20] N.
B.: Sie können sich dieselbe Paradezoomfahrt
auch mit geschlossenen Augen vorstellen. Ohne dabei noch an so etwas wie die
sich „nach oben zu“ bewegende Rakete zu denken oder überhaupt ein physisches Vehikel zu benötigen. ...
[21] Weitere Leistungen und Erweiterbarkeiten des
Grundkonzepts: Manche unserer Aussagen über die WELT
können wir sogar bis in eine mehr oder weniger ferne Zukunft hinein
extrapolieren („Die Erde bleibt vorerst rund!“; Kurzfrist-Wetterprognosen;
...). Selbst Chaos-Effekte und Emergenzen werden vom »Konzept
Abstraktionskegel« abbildungsseits mit abgedeckt. All diese klaglos in die
Unifikation mit einbeziehbaren Wissensbereiche sind jedoch nicht Thema dieses ersten Essays. Auch die Frage, was über
die bloßen ‚Sichtbarkeiten‘ hinaus schon alles an visuell gar nicht erst erfassbaren) ‚Wissbarkeiten‘ sich wie
automatisch in diese Beschreibungsweise einfügt, wenn man das Trägerkonzept des
Abstraktionskegels derart schrittweise erweitert (um Farbe, Zeitachse usw.),
wäre in eigenständigen Essays zu
behandeln. Man könnte andere ebenfalls ganz einfache Achsen zusätzlich
aufspannen: insbesondere eine für die bloße
Unterscheidung zwischen dem Modell stehenden Original und all dem Abbildungsseitigen
dazu + eine andere für die "Art der Elementarteilchen" oder die
"Ordnungszahl der Atome": allesamt Merkmale, die der Mensch – im
Gegensatz zu den ganz anderen Fähigkeiten des Silber-Halogenids der Fotoplatte
– ja als solche erkennen und gedanklich nutzen kann. Samt einigen anderen von
ihrem Charakter her ebenso wenig visuellen
Eigenschaften. Das Unifizierungsziel des Unterfangens bedeutet in anderen
Worten auch: Elimination aller ‚Fremdparadigmen’ und fachspezifischen ‚Explikationen’,
soweit diese irgendwie als „deus ex machina“ daher kommen. ... – [\§Box: ...§]
[22] Ein (anschaulich nicht ganz so gutes) Video
mit dem Namen "ZeitHoch"
befindet sich – wie das Video "ZehnHoch" – auf der oben genannten
CD-ROM.
[23] anhand von „Information“, die aus dem gerade
geknipsten Bild herausziehbar ist. – Oder „sonst irgendwie“!
[24] Noch so eine Invarianz des Szenarios: Unter Wasser etwa könnten Eigenschall und
Sonargerät dasjenige für die Beobachtung und Abbildung sein, was das Licht in
der Luft und im Weltraum für uns derart gratis leistet. Es kommt gar nicht
darauf an, womit eigentlich
registriert wird. Die elektromagnetische Strahlung hat nur den Vorteil, dass
ihre Wellenlängen sowieso schon weitgehend das benötigte breite Band an
Zehnerpotenzen des Auflösungsgrads abdecken und dass der Weltraum sowie der Luftraum
über der Erdoberfläche hinreichend leer sind, dass sie, die Strahlung, – auf
geraden Wegen zumeist – bis zu den für uns gängigen Beobachterpositionen durchdringen
kann.
[25] Sollte sich die „Superstring- /
M-Theorie“ als richtig erweisen, so kommen zu den bisherigen 40
kontinuierlichen Zehnerpotenzen des Zoomfahrt-Szenarios nach unten zu noch ca. 20 weitere hinzu (bis hin zur „Planck-Länge“
von 10-35 Metern). Mit einer Menge an eigens zu erforschenden Wissbarkeiten!
Sollten sich die – derzeit ebenso theoretisch gemutmaßten – „Parallel-Universen“
tatsächlich als wahr erweisen, geht es mit diesem Freiheitsgrad auch nach oben zu noch sinnvoll weiter. Beides
immer noch innerhalb eines einzigen der gesamten Materiellen Welt gemeinsamen
Abstraktionskegels!
– [\M-Theorie;
\Kosmologie; \Die Materielle Welt; \...]
[26] Strahlen-Pyramiden
mit ihren jeweiligen Fluchtpunkten waren nun einmal der entscheidende
Kunstgriff zur – auch da nur vorgetäuscht „richtigen“ – Darstellung und Ordnung
der Dinge im vollen räumlichen Kontext.
– [Themen: \Perspektive als
solche; \Bild: „Perspektive
nach Albrecht Dürer“; \Escher – „Unmögliche Objekte“;
\...]
[27] in den Systemischen Grafiken jeweils fett schwarz als eigenständige Position
angedeutet
[28] Wenn ich hier plötzlich auf das Wissensgebiet
„Telekommunikation“ anspiele, dann deswegen, weil dort – nachträglich – alles
mit allem verbindbar ist. Telefone,
Computer usw. existieren
offensichtlich, individuell, lokal und weltweit. Idealerweise sind sie
untereinander tief vernetzt; jede „Nummer“ für sich kann – über alle
Entfernungen hinweg – von überall sonstwo aus angewählt
werden (ganz so wie man etwa mit „Querverweisen“ in einem Text aus beliebiger
Ferne überall im Diskursraum hin gelangen kann, wie man im riesigen
semantischen Netz der Dinge und Zusammenhänge alles „auf einen bloßen Klacks
hin“ ansteuern kann – dort aber auch: „ganz oben“ oder „unten“). Das Stichwort
„Telefon“ liefert im »Puzzle WELT« somit automatisch einen Andockpunkt für die
Diskussion all der Zusammenhänge und Belange von Wissensgebieten wie „Kommunikation“,
„Planung“ und „Kontrolle“
(oder so etwas wie dem selbst schon abstraktionskegelähnlichen OSI-Modell, das die moderne Technologie mittlerweile
prägt) – mitsamt all der für diese Gebiete und Szenarien jeweils spezifischen
Wissbarkeiten, Perspektiven, Modell-Schichten und Methoden. Ohne dabei
displaybestückte Handys und das Internet mit all seinen Webauftritten und Webseiten
zu vergessen: Etwas, was sich zeitlich überhaupt erst nach Anbeginn meines eigenenUnterfangens
– doch auch das alleine aus in der WELT seit Urzeiten vorhandenen Wissbarkeiten
und prinzipiellen Machbarkeiten heraus – entwickelt hat. Etwas, das als Ganzes sowieso
irgendwann einmal wie ein »Kognitiver Universalatlas« fungieren
wird.
[29] Nur deswegen mache ich mir, bevor ich §später einmal§ zum Kern meines Themas, dem
methodisch schwierigeren Teil und letztlich der Lösung des »Unterfangens
Weltpuzzle« übergehe, hier soviel Mühe, diesem speziellen ‚Wissensträgertyp‘ – im
Zoo all seiner Konkurrenten – Verständnisbrücken
zu bauen.
[30] Noch vor 50
Jahren, als von vielen noch angezweifelt wurde, dass Satelliten überhaupt
jemals ganz um die Erde herumkommen würden ohne herunterzufallen, vom
Urknall-Geschehen, genetischem Code, der Systematik der Elementarteilchen, der
Machbarkeit von Mikroelektronik und den Optionen der Nanotechnologie ganz zu
schweigen, wäre man für so eine Behauptung noch als Phantast verschrien worden, von der Wissenschaft entweder als
Spinner negiert oder als Ignorant an den Pranger gestellt. So schnell wandeln
sich gerade in unserer Zeit uralte Wissbarkeiten – eine letztlich begrenzte
Menge! – in konkretes Wissen, wird Unglaube zu gemeinsam geteilter Überzeugung.
[31] Selbst
extreme Hypothesen – wie die Poincarésche Vermutung, der Weltraum habe schon in
sich selbst gewisse "Löcher" – kann
den ‚Abstraktionskegel‘ als den die Originalwelt abbildungsseitig unifizierenden ‚Wissensträgertyp‘ nicht entwerten.
Denn das Paradigma vom »Abstraktionskegel« ist beim Unifizieren der Dinge unempfindlich gegen alle Ungewissheit, wie die WELT
originalseitig tatsächlich aussieht und wie nicht. Der Grund dafür
ist: Die WELT existiert nun einmal
(als in sich zusammenhängendes Ganzes – so, wie sie halt ist) und damit zählt
auch ihr makroskopisches und mikroskopisches "Aussehen" mit zu den
Wissbarkeiten: „Wissbarkeit“ allemal im Sinne der Fußnote
5. Völlig egal dafür ist auch, ob dieses Universum sich in alle Ewigkeit
ausdehnt oder irgendwann einmal wieder in sich zusammenfallen wird.
--- Die Zoombarkeit gilt primär für die Rahmungen der abbildungsseits anlegbaren ‚Weltausschnitte’, deren Inhalte – egal wie sie nach innen zu aussehen – werden von deren Phänomenen „nur mitgeschleppt“.
[32] N. B.: Das ursprüngliche „ZehnHoch“-Szenario für die Zoomerei – dort als physisches Raumfahrtgeschehen präsentiert – unterscheidet noch nicht zwischen diesen beiden so grundverschiedenen Räumen und deren ebenso grundverschiedenen Typen von „Objekten“ + „Rahmen“. Ohne deren konsequente Trennung – d. h. in der Vereinfachung genau dieses Szenarios – wird man „kognitiv ganz weit oben“ und „kognitiv ganz weit unten“ noch immer in die altbekannte metaphysische Bredouille geraten.
[33] Unterwegs
in meinen Essays werden dem Leser – angesichts festgefahrener Denkweisen und des
für die meisten neuartigen Paradigmas – allerlei zunächst unüberwindlich
scheinende Einwände einfallen. Dann werde ich – irgendwann sollte dies der
Leser aber selber tun! – zur Klärung der Zusammenhänge immer wieder auf genau
dieses erste Beispiel verweisen, auf dieses so raumgreifende und doch noch
relativ leicht nachvollziehbare einheitliche ‚Zoom-Szenario über mehr als 40 Zehnerpotenzen
hinweg‘, auf seine Erweiterung hin zum erdweiten bzw. gleich das ganze
Universum umfassenden »Abstraktionskegel der Sichtbarkeiten« – mitsamt all den
dort nachträglich beliebig anlegbaren ‚Weltausschnitten‘, mitsamt den entsprechenden
Kartenstapeln und all den vorgebahnten Reiserouten bzw. Möglichkeiten zur
freien Navigation durch die jeweils lokale Wissenslandschaft. Wie würde das fragliche
Problem dort aussehen, wo wir bereits wissen, was für ein besonderes Ding der
‚Abstraktionskegel‘ ist und wie er in diesem Fall entsteht? Wie würde derselbe
Einwand in diesem Paradefall lauten? Woran eigentlich hängt oder hing dort diespäter
doch noch überwundene „Unüberwindlichkeit“? Also: Wie sieht – bekanntermaßen
oder zumindest wissbar – dort die Antwort zum analogen Einwand aus? Wenn ich
auf gerade diesen Paradefall derart schulmeisterlich eingehe und ihn aus
systemisch kleinsten Schritten heraus zu entwickeln versuchte, so geschah dies auch
in der Absicht, dem interessierten Leser möglichst schnell zu dieser
Selbständigkeit beim allseits fälligen ‚Abprüfen der Dinge’ bzw. beim
Hinterfragen all der in der Welt über sie anzutreffenden ‚Behauptungen’ zu verhelfen.
...
[34] Vergleiche
hierzu das ständige Verschwinden der Dinge im
ZehnHoch-Szenario: Jedweder Ausschnittsrahmen und jedwedes dort einmal
erkannte Objekt gerät im Zuge des allgemeinen Hochzoomens irgendwann „weg vom
Fenster“. Und das von einem für jedes dieser Dinge genau angebbaren eigenen
Zoomgrad an.
[35] Um nicht missverstanden zu werden: Der
»Kognitive Universalatlas« ist zunächst nur ein
theoretisches Konzept, eine Wissensstruktur, in der sich – prinzipiell – alles
an Wissbarkeiten am jeweils zuständigen Ort kartografisch unterbringen lässt.
Und das nur, weil in seinem Wissensträger als Diskursraum die nötigen
„Koordinaten“, „Planquadrate“, „Platzhalter“ und passenden „Stützstellen in der
Nähe“ zuvor bereits passend angelegt sind.
[36] Nur so kommt es dazu, dass man die sprichwörtliche Behauptung: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ zu Recht erweitern kann um den Zusatz: „Ein Abstraktionskegel sagt mehr als tausend Bilder.“
[37] Es geht mir hier nicht etwa darum, andere
Beschreibungsweisen zu widerlegen oder sie gar eliminieren zu wollen. Jede
Beschreibungsweise der WELT zählt selbst – mit eigenständiger Menge an
Wissbarkeiten – ebenfalls zur originalseitigen
WELT (und ist – als
Beschreibungsweise eben – damit von Natur aus ebenfalls abbildbar und
diskutierbar). Mit dem »Wissensträgertyp Abstraktionskegel« (und der Palette
der »Kognitiven Freiheitsgrade« im Umgang mit ihm) erweitere ich das infrastukturmäßig
bereits bestehende Angebot hier nur um ein zusätzliches
Paradigma.
Um ein – wie ich darzustellen versuche – besonders viel versprechendes, weil es
schon von seiner methodischen Natur her für die Rolle einer allem gemeinsamen
Urreferenz besser geeignet ist: bei Analysen von Komplexitäten etwa, beim
Einordnen von Wissen und Problemen (Speicherung + Zugriff), in der Forschung,
bei der Lösung von Streitfragen und Konflikten. ...
[38] Gerne hätte ich es dem Leser erspart,
sich hier auf ein völlig neues Paradigma einstellen zu müssen. Egal ob in
Philosophie, Wissenschaft, Ideologien oder der Planungs-Szene eines
Staatswesens schwirren sowieso schon so verwirrend viele Beschreibungsweisen
herum, dass jedes zusätzliche Paradigma zunächst als Zumutung empfunden wird.
Doch die Invarianz-Eigenschaften – und damit seine intrinsische
Unifizierungskapazität – statten das "Paradigma vom Abstraktionskegel und
seinen Freiheitsgraden" mit einer solchen methodischer Überlegenheit aus,
dass es sich lohnt, sich forschend und nutzend dennoch darauf einzulassen.
Letztlich unifiziert dieser Wissensträgertyp – wie sich zeigen lässt – sogar
all die mit ihm konkurrierenden Wissensträgertypen (vgl. Abbildung
1). Wenn das zunächst so aussichtslos scheinende All-Unifizierungs-Unterfangen
überhaupt zu lösen ist, dann nur innerhalb
eines völlig neuen Paradigmas. Mit
einer gewissen Portion an Umdenken, im Umgang gewöhnungsbedürftig und erst eigens
zu erlernen! Mit den bisherigen Paradigmen dagegen lässt sich das Puzzle aller
Wahrscheinlichkeit nach gar nicht lösen. Angesichts jahrtausendelanger
Bemühungen um ein möglichst „einfaches, komplettes und dabei allseits richtiges“
Weltbild wäre uns dies sonst schon längst gelungen. ...
[39] Der »Kognitive Raum« ist demnach weit
mehr als bloß eine Metapher. Das Geflecht an Zusammenhängen und großräumigen
Invarianzen sieht verflixt danach aus, als müsse es dazu eine eigene Mathematik geben – also völlig kontextunabhängige
Gültigkeits- und Syntaxregeln. Dies als Thema würde – über diese Andeutungen
hinaus – jedoch den Rahmen des vorliegenden Essays bei Weitem sprengen. ...
[40] Schon diese
erste Einführung in die Zoombarkeit der „Dinge des Kognitiven Prozesses“
verläuft nicht mehr längs dem Grad ihrer räumlichen
Auflösung, wie es im Paradefall der Sichtbarkeiten noch geschah. Der klassische
Raum gäbe, weil bei diesem Wissensgebiet nur nachrangig beteiligt, dafür nicht
genügend her. Hier verläuft die Zoomfahrt eher längs dem Grad der zeitlichen Auflösung, also auf einer
ganz anderen unter den Flanken des Gipfellogos.
(Eine
gleich durchgängige kognitive Zoomfahrt und jede ähnliche Route für die
Ansteuerungen im Guckloch wären jedoch ebenso gut für jedwede andere Art von „Prozess“ durchführbar. Was uns weitere
Demonstrationsbeispiele und Anwendungsfälle liefern würde – und was für das
Unterfangen als Ganzes einmal weitere seiner „Tortenstücke“ erledigen wird.)
– [\Pusteblumenlogo; \...]
[41] Jede Theorie des »Kognitiven Prozesses«
sollte zumindest diese acht Ebenen umfassen, wenn sie überhaupt eine zufrieden
stellende Überdeckung der an ihm
beteiligten Ereignisse, Phänomene, Merkmale und Zusammenhänge liefern soll.
Auch dort soll am Ende ja alles an dazu Wissbarem
methodisch unter einen einzigen gemeinsamen Hut
passen.
[42] Systemanalyse
und Systemplanung haben, was die Richtung des Fortschreitens durch die
Auflösungsschichten betrifft, ihre eigene Fachausdrücke. „Bottom up“ und „top
down“ beziehen sich auf den linken
Teil der Abbildung
4: Das momentan gemeinte „Ganze“ – als ‚Abstraktionskegel in der Seitenansicht‘. Sie bezeichnen dort die
Optionen des ‚aufwärts’ und ‚abwärts’. Die Begriffe „outside in“ und „inside
out“ dagegen beziehen sich auf den rechten
Teil der Abbildung: Auf die aus dem „Ganzen“ lokal herausstanzbaren
‚Weltausschnitte‘. In der Draufsicht auf
den Abstraktionskegel erscheinen diese als einander umschließende Serie von
Rahmungen oder – jetzt aus der Zeichenebene herausragend – als ‚Zoomkanal nach
oben‘ bzw. ‚unten‘.
--- Nichts als
unterschiedliche Bezeichnungen für die Nutzung ein und desselben Freiheitsgrads
– dem der Zoombarkeit!
[43] Das passiert analog zur Abfolge von Vorstellungen aus: Der „Stift hier“ – im Kontext „meiner Hand (zu genau diesem Zeitpunkt)“ – im Kontext von mir selbst als „Redner am Pult“ (und nicht irgendeines der Zuhörer) – im Kontext des „Hörsaals / ganzen Gebäudes“ – im Kontext <der betreffenden Stadt / des Landes / des Kontinents> – im Kontext von <Erde / Sonnensystem / Galaxie> – bis zum Kontext des „Universums“ als dem eigentlichen Ganzen. Und analog zu all den Variationsmöglichkeiten bei der Wahl des Startpunkts (und der Stützstellen zwischendurch) zu so einer – immerzu durchgängigen – ‚Zoomfahrt’.
[44] Das »Planungswesen«, in dem die
Denklinien im Zuge von Maßnahmenfindung, Entwurf, Entwicklung, ..., Steuerung
und Management ja ebenfalls in ‚Diskursräumen’ herumnavigieren, wo all die so
unterschiedlichen Aufgabenstellungen, Zielkomponenten, Wissensgebiete,
Arbeitsschritte, Kriterien und Gewichtungen irgendwie mitspielen, dient mir bei
der Suche nach der Lösung des »Puzzles WELT« als weiterer Test- und Paradefall.
Als wiederum „ganz andersartiges Tortenstück des gesuchten Ganzen“ lässt sich
der dem Planungswesen gemeinsame Diskursraum all seiner Wissbarkeiten nicht
allein anhand von Raum, Zeit und Materie aufspannen – und auch nicht anhand
einer derart geringen Anzahl von: „Meilensteinen“, „Wahrzeichen“ bzw.
„Problemdimensionen“. Doch auch der – wie der »Weltausschnitt der
Sichtbarkeiten« und der »Weltausschnitt des Kognitiven Prozesses« ebenfalls
voll mit spezifischen Wissbarkeiten steckende und eben so wie diese voll
durchzoombare – entsprechende Abstraktionskegel will im Zuge des »Unterfangens
Weltpuzzle« erst einmal originalgetreu zusammengefügt sein. Aus Unmengen von
einzelnen Puzzlesteinen wie auch sonst; als Unifizierung zu dem ebenfalls gigantischen
Weltausschnitt der (meist menschlichen)
»Eingriffe in die Selbstorganisation der WELT«. Womöglich mitsamt „Einzelkarten“
zu Themen wie: „Aufbau und Ablauf“, „Strategie und Taktik“, „Kybernetik und
Optimierung“, „Leittechnik und Kontrolle“, „Automation und Vernetzung“,
„Aufwand und Zeitbedarf“, „Gelingen oder Fehlschlag“ und was der Schlagwörter
noch mehr sind. Ohne dieses zusätzliche ‚Tortenstück’ wäre die Lösung des
»Puzzles WELT« nicht komplett. Da ist – zusätzlich – noch ein riesiges Arbeitspaket
zu erledigen.
–
[\Wortfeld
zum „Planungswesen“; \Wortfeld
zum »Unterfangen Weltpuzzle«; \zur Theorie
der Planung; \Das ‚Elementarschritte‘-Paradigma
des Denkens, Planens und Forschens; \...]
Mit
Hilfe der ‚Strukturellen Systemanalyse’ ist jedoch auch das oft chaotische
Planungswesen – als wiederum vergleichsweise gut abgrenzbares gemeinsames
„Wissensobjekt und Ganzes“ – eigenständig unifizierbar. Ich werde, um dieses
Essay nicht zu überfrachten, hier nicht groß auf die Ergebnisse eingehen. Auf
jeden Fall liefert uns dieses originalseits zusätzlich existierende
Wissensgebiet eine weiteres Anwendungsgebiet, um mit dem noch ungewohnten
»Paradigma der Kognitiven Optik« ausführlicher herumzuspielen – und den eigenen
Kenntnisstand zu seiner Methodik nach Strich und Faden zu überprüfen. Im ‚Planungswesen’
steckt also eine ähnliche Herausforderung, die – genauso wie der damit eng
verwandte »Kognitive Prozess« – nur noch sekundär mit den eingangs
abgehandelten „Sichtbarkeiten der WELT“ zu tun hat.
[45] Ein weiteres
Beispiel für das Konzept der »Denklinie« liefert die Abbildung
18: Dort stelle ich – als hochabstrakten kognitiven Fingerabdruck – zu
diesem meinem eigenen Essay den Roten
Faden seiner Kapitel 3 bis 5 vor. --- Im genau gleichen Diskursraum und der
gleichen Struktur selbstähnlicher Kegel wären natürlich auch ganz andere Routen anlegbar – mit und
ohne Streifung seines allerobersten Tops, mit und ohne Eingehen auf das eigentliche
Unifizierungsziel des Unterfangens.
[46] Mit derselben
Berechtigung ließen sich – ebenso sekundengenau –all die Positionen im Klassischen Raum aufzeichnen, wo genau man sich im eigenen Leben wann gerade befunden hat. Beide Filme sind als Ariadnefäden genau gleich lang und ließen sich damit
für die Analyse des Geschehens zeitpunktgerecht „nebeneinander kleben“. Und
doch „strickt“ jeder Mensch von Geburt bis zum Tode an seinem eigenen, ganz persönlichen Streifen – selbst
dann, wenn er gerade mit anderen Leuten, „Mitreisenden“, am gleichen physischen
bzw. kognitiven Ort beisammen ist: Physisch am Faden oder Film seiner Aufenthalte
im dreidimensionalen ‚Bewegungsraum des Menschen als Körperwesen’;
bewusstseinsmäßig am Faden oder Film seiner Aufenthalte im ‚Bewegungsraum des Menschen
als Geistwesen’. --- Genau so gut könnte man auch mit fest in die Stirn eingebauter,
an die Augenbewegungen gekoppelter Kamera für jeden Einzelnen die visuellen Wahrnehmungen seines ganz
persönlichen Lebens aufzeichnen. Alle Augenzeugen der Geschichte mit
eingeschlossen. Alles als Abfolge von – aus einen einzigen großen Ganzen, der
WELT, gemäß der eigenen Perspektive herausgestanzten – Strahlenkegeln, mitsamt den darin jeweils sichtbaren Inhalten. Und alles immer gerade so wenig oder so stark
gezoomt, wie einem diese Dinge im Augenblick der Wahrnehmung gerade vor Augen
schwebten. --- Natürlich ließe sich das gleiche Szenario auch für Hörerlebnisse und andere Sinne aufstellen.
[47] EEG´s – in Makro-, Mikro- und selbst Einzelzellen-Aufzeichnung
– sind damit verglichen nur Notbehelfe. Doch auch sie beobachten – ebenfalls von
außen her! – genau dieses Weiterstricken am ‘Kognitiven Lebensfilm‘. Diese – im
Vergleich zum Szenario als Theorie – echte
Technik liefert uns schon gewisse Einblicke in die am »Kognitiven Prozess« aktiv
beteiligten Komponenten des Gehirns und deren Ressourcen, in die wann und wie eingeschlagenen Routen
durch den dort vorhandenen Raum und all die Geschehnisse und möglichen
Fährnisse beim Navigieren.
[48] Methodisch ließe sich dieses »Kognitive
Archiv der Menschheit« unter allen nur möglichen
Blickwinkeln, egal aus welcher der Unterdisziplinen und Fragen der »Kognik«
diese auch stammen mögen, ordnen und auswerten. (Schon die obige
„Individualität des Denkers“ und die “Chronologie des Geschehens in den Köpfen“
liefern erste Dimensionen zu seiner Aufspannung als Diskursraum – und damit für
ein Ordnungsschema. Sondenmäßig ergänzt um Strukturen und Operatoren der
»Kognitiven Optik« (Abstraktionskegel, Zoomebenen, Kegelflanken,
Weltausschnitte, Wissensszenen, Kognitive Freiheitsgrade usw.) könnte die
Trennschärfe – sowohl in der Breite wie in der Tiefe – über die Mächtigkeit
jeden anderen Wissensträgertyps und Paradigmas hinaus erhöht werden.
[49] Die Optionen,
doch noch ganz anders zu denken, als zuvor jemals jemand gedacht hat, sind von
einem ganz anderen Typ der Wissbarkeit.
Auf das entsprechende Tortenstück, die in der WELT prinzipiell vorhandenen
„Möglichkeiten“ und „Unmöglichkeiten“, möchte ich an dieser Stelle nicht groß eingehen.
[50] Man denke daran, dass es selbst im Fluss des
Bewusstseins so etwas wie den kürzesten
Moment gibt, der noch als von den Nachbar-Momenten getrennter Eindruck
wahrgenommen (oder per EEG abgegriffen) werden kann. Seine Dauer liegt im irgendwo
im Bereich zwischen einer Zehntelsekunden und einer Sekunde.
Der menschlichen Sprache etwa blieb
also gar nicht anderes übrig, als die Dauer ihrer Morpheme an diese
Größenordnung anzupassen; sie hat sie nicht etwa auf die Dauer von Millisekunden
verkürzt, was ja auch denkbar und akustisch ohne Weiteres machbar ist. Der
Fluss der Sprache – Wort für Wort, Satz für Satz – entspricht über gewisse
Wechselwirkungen mit unserem kognitiven Strickmechanismus ebenfalls dem grundsätzlichen
„Punkt & Linie-Charakter“ unseres Denkfortschritts. Der Denkapparat ist – “nur”
– dazu in der Lage, seine Inhalte selbst zu erzeugen, sie zu ändern, zu
interpretieren, zu ordnen und den Verlauf des Geschehens in ihm – in Grenzen – eigenständig
zu steuern. Beim Computer dagegen würde der entsprechende Minimalbedarf an Zeit
nach heutiger Technologie in den Bereich von Piko- und Nano-Sekunden fallen – (ebenfalls)
mit eindeutiger “Totzeit zwischen den Zyklen”. Auch bei ihm ließe sich vom
Hauptprozessor und seinen Zulieferern in jedem Augenblick ein derartiger
Ausdruck des momentan zurechtgestrickten Inhalts anfertigen – im selben Rhythmus
von Standbildern.
[51] Erste Andeutungen von diesem Gezerre um
das Zentrum des Bewusstseins kann man mittlerweile – von außen her – abgreifen:
per Elektro-Enzephalogramm usw. . In der Silizium-Version des Kognitiven
Prozesses ist – aus ebenso souveräner Distanz heraus betrachtet – in jedem
Augenblick auch nur ein winziger Auszug des abzuwickelnden Programms und der im
Massenspeicher insgesamt vorhandenen Daten „als Weltausschnitt geladen“ und
damit bereit für die Bearbeitung im „Guckloch aus Prozessoren und Verrechnungsregistern“.
In dieser Version muss der Ablauf der Schritte sogar, vorab, für jeden Augenblick eindeutig
gemacht werden – durch „richtige“ Programmierung. Mit einem Programmpaket
andererseits (zur Text- oder Bildbearbeitung etwa) und den Werkzeugen seiner ‚Benutzeroberfläche’
lässt sich der weitere Verlauf der “Denklinie”– genau das ist ja der Zweck
solcher „Prothesen für das Denken und Gestalten“ (oder „künstlicher kognitiver
Glieder“) – von außen her steuern.
Über Tastatur, Mauscursor, Menü & Co..
[52] Es gilt bei der Beobachtung des ‚Kognitiven
Geschehens’ zwei unterschiedliche Bezugssysteme auseinander zu halten:
In dem einen beobachten wir das Fortstricken der Denkfäden als Routen im
unifizierten Diskursraum – aus der sicheren und unbeteiligten Entfernung einer ‚Hohen Warte’ heraus. In dem anderen
bewegen wir uns selbst mit der Front
allen Wahrnehmens und Denkens im Raume mit. Schwierigkeiten, aber auch wissenschaftliche
Déja-vu-Phänomene, wie sie beim Wechsel zwischen diesen so unterschiedlichen
Inertialsystemen auftauchen, stammen nicht etwa aus irgendwelchen künstlichen Annahmen
meinerseits. Schuld daran sind innere Merkmale des »Kognitiven Prozesses«
selbst: Die zwangsläufige „Relativität“ aller Weltausschnitte.
[53] Die Stelle innerhalb der »Lösung des
Puzzles WELT«, wo – egal ob bei Mensch, Tier, Roboter oder Gespenst – der
„Freie Wille“ samt all den uralten Streitfragen dazu hingehört, ist genau diese Front (als
Bohrkopfgeschehen). ...
[54] Zu weiteren Invarianzen an dieser Stelle
vergleiche man die Schlagwörter in Abbildung
16!
[55] Genau das ist die Stelle, wo zumindest in der
Silizium-Version des Kognitiven Prozesses der »Abstraktionskegel der
Methodik« und das spezifische Konzept
der “Flussdiagramme” ins Spiel kommen. Genau hier befinden sich aber auch die
Abzweigungen zu allem: zwanghaften Denken, intuitiven Vorgehen, Heuristischen,
(Un-)Vernünftigen, Logischen, Systematisierten und Mathematisierten. Hier zweigt
es in der »Lösung des Puzzles WELT« zur Anwendung ganz bestimmter Algorithmen,
Strategien und Taktiken, Formalismen, Darstellungsformen ab. All das klinkt
sich an genau dieser Stelle als potentieller Einfluss in das Geschehen ein. Als
im Gesamtpuzzle relativ eigenständiges Tortenstück
an Wissbarkeiten dagegen gehört alles Methodische
(mitsamt allem Spezialwissen um die jeweiligen ‚Geltungsbereiche’ und die
spezifischen Wirksamkeiten) schon weiter oben mit zur Schicht 1.
[56] Das
Kurzzeitgedächtnis etwa fasst maximal 7 bis 10 einzelne „Chunks“ an aktiviertem
Wissen gleichzeitig – aufgeteilt auf ca. 200 Bit, wie man „gemessen“ hat:
Separate Brocken an Top-Information, die – wenn sie nicht wie bei Computer-Registern
eigens aufgefrischt werden – nur ca. 25 Sekunden lang für die Nutzung oder weitere
Verarbeitung parat stehen. Entweder hat die Evolution diese Anzahl als ein dem
Kognitiven Prozess und den daran systemisch beteiligten Elementen gemäßes
biologisches Optimum festgestellt oder sie schaffte, selbst bei uns, der „Krone
ihrer Schöpfung“, bisher noch nichts Besseres. Natürlich sind unser
„Hauptprozessor“ im Kopf und all die „Basis-Routinen“ leistungsmäßig längst an
diesen Flaschenhals angepasst (oder umgekehrt das Kurzzeitgedächtnis an
dasjenige, was das ‚Guckloch‘ technisch gerade noch verkraftet). --- Jenseits
davon beginnen das „Phänomen Stress“.
[57] Natürlich ist die Sammlung der
‘Kognitiven Lebensfilme aller Menschen und Zeiten‘, sogar noch im
Auflösungsgrad von Bit- oder Stimulationsmustern betrachtet, ein extrem theoretische
Vorstellung. Doch das Konzept ist ebenso realistisch, wie es die Vorstellung einer ‚Sammlung jedweden
Fleckchens auf der Erdoberfläche wäre, die jemals eines Menschen Fuß betreten
hat‘, wenn diese speziell im Auflösungsgrad von Molekülen und Atomen betrachtet
würden. Trotz aller sonstigen Einwände gibt es kein Gesetz, das das eine oder
das andere dieser Konzepte als – operationale – Wissensbasis grundsätzlich ausschließen
würde. Beide bilden nur einen anderen Typ von Wissbarkeiten ab.
[58] Wie schon im Falle des ZehnHoch-Szenarios – und überall sonst in ‚Abstraktionskegeln‘ – könnte man die Zoomfahrt hier in diesem Kegel auch ganz anders anlegen; man kann beim ‚Herumreisen’ ganz woanders starten und – stützstellenmäßig – unterwegs bei ganz anderen Wissbarkeiten verharren. Mit für diese ebenfalls angebbarer Position im ‚all-unifizierenden Raum‘!
[59] N. B.:
Im „Zoomfahrt“-Szenario des ‚Reisens durch die Materielle Welt‘ werden die beiden ‚Paletten
an Freiheitsgraden‘ ausschließlich für die Änderungen an der ‚Position des Beobachter‘ genutzt. Nicht
jedoch für ihn der Rolle eines ‚aktiv
Handelnden‘! ...
– [\‚Abbildbarkeit‘ – als solche; \Perspektive + Perspektivwechsel; \zur Kosmologie; \Änderung – als solche;
\»Eingriffe in die WELT« – als solche;
\Kognitiver Prozesstyp: „Macher“; \Die Palette der ‚Freiheitsgrade der Bewegung + des Handelns
in der materiellen Welt‘;
\Die
Palette der ‚Freiheitsgrade der Bewegung + des Handelns in der kognitiven Welt‘; \...]
[60] Wer – jetzt schon – die Frage nach dem
„Nutzen“ solcher Bemühungen bzw. dem Wert so eines »Kognitiven
Universal-Atlasses« stellen möchte, sollte sich – analog dazu – nach dem Nutzen
klassischer ‚Planzeichnungen’, ‚Karten’, ‚Atlanten’ und ‚Enzyklopädien’ fragen
und warum man persönlich bzw. staatlicherseits so viel Aufwand für Ausbildung
in ‚Mathematik’ betreibt. ...